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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 158)

197,

derem Geschick herausgeschlagenen Nase lassen sich Spuren von Hammer

und Treibbunze erkennen. Alles was zur Detailzeichnung gehörte, ist

vermittelst eines leicht abgestumpften Griffels von Aussen nachgeschlagen 5),

so die unschönen Vertiefungen der Nasenflügel, die Grübchen, die Wimpern,

 Brauen und Hautfalten der Augen, alle Gliederungen im Haare, ein

Buckel am Ende der Backenlocken, und mehrere Rillen im unverzierten

rückwärtigen Rande. An einigen Stellen inwendig hat sich eine dünne

Kruste sandartig harter Masse erhalten. Wie mir von einem praktischen

Kenner der Treibtechnik versichert wurde, könnten dies Reste von Treibkitt

 sein, welcher für den Einschlag von aussen verwendet zu werden pflegt.

Die Maske ist von den übrigen Exemplaren der ganzen Reihe durch

Inschriften ausgezeichnet. Die Inschriften sind auf der grieslichen Fläche

des Metalls sehr schwer erkennbar, lassen sich aber bei längerem Studium

bestimmt und in allen Einzelnheiten sicher verfolgen. Wie die Punkt für

Punkt genauen Copien auf Taf. X zeigen, finden sich an drei Stellen mit

dem Punktirgrilfel Namen eingeschlagen. Auf der Innenseite des linken

Backens steht in zwei theilweise ineinander greifenden Zeilen:

TPll

-RlSCl

ferner, vielleicht in Folge dieses ungenügenden Gelingens, wiederholt auf

der Ausscnseite des rechten Backcns unten:

T.PIi. PRISCI

schliesslich unterhalb des Kinns, wie erst Hans Macht beim Zeichnen der

Maske gewahr wurde:

VITAHS

TCRISPINI

Diese letztere Aufschrift kann sich nur auf das Porträt der Maske

beziehen. Vitalis kommt zwar als Frauenname nicht gerade häufig vor,

ist aber als solcher durch eine Reihe von Beispielen, unter anderem auch

aus einer dacischen Inschrift G), belegbar. Titus Pius Priscus dagegen ist

dann der Verfertiger, wie auch sonst im Genetiv der Name des Arbeiters

oder Fabrikanten auf Metallarbeiten punktirt angegeben ist 7). Auffällig

5) Die Procedur des Nachschlagens von aussen (imzcvlxsüsxv. refouler) zeigt sehr

deutlich ein geschnittener Stein der Sammlung Duc de Luynes (Ring, antique gems and

rings, XXXVIII, w! und ein von Helbig, Wandgemälde, 13189, T25. XVll (Daremberg

et Saglio, Dietionnaire des untiquites, Fig. 661 und 942) veröifentlichtes pompejanisches

Bild, welches Thetis in der Schmiede des Hephaistos darstellt. Ein Arbeiter sitzt hier

vor einem mit getriebenen Reliefs bereits versehenen Helm, der über einem Treibstock

auf einer Basis liegt, indem er mit einem spitzen caelum und Hammer beschäftigt ist,

einzelne Theile der Reliefornamente nachzuschlagen. Vrgl. auch Gerhard, Griech. und

etrusk. Trinkschalen, Taf. IX, i; Overbeck, Heroen-Galerie, Taf. XVlll b.

s) C. L L., lll, 1335. - Für die Form des L vergl. unter Anderem C. l. L. IV,

1510, tab. l, 1b.

') So steht der Name des Verfenigers MEDAMI einpunktirt auf der Rückseite

der Lnuersfnrter Phalene; Otto Jahn, Lauersforter Phalerae, p. 17. Vergl. F. Wieseler,
            
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