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in der Volksschule nicht Handwerker herangebildet werden, das überlässt
man der gewerblichen Fortbildungsschule, sondern er schließt sich dem
Zeichenunterrichte an und ergänzt denselben durch die Handfertigkeit.
Von einer Ueberbürdung kann in der sächsischen Volksschule keine Rede
sein, da ja die sächsische Regierung ernste Maßregeln ergriffen hat, jede
Schädigung der Geistesbildung der Jugend durch Ueberfülle an Lehrgegenständen
hintanzuhalten. Es ist aber selbstverständlich, dass durch
den Handfertigkeitsunterricht die Gewerbe wesentlich gefördert werden,
wenn eine Generation in das Leben eintritt, welche Liebe zur Arbeit
und eine geübte Hand in's Leben bringt. Die Mittel zur Einführung des
Handfertigkeitsunterrichtes werden durch Vereine, durch Subventionen
der Commune und durch das Schulgeld gewonnen. Von einem unentgeltlichen
Unterrichte ist in allen Schulen Sachsens keine Rede. Jeder Unterricht
wird bezahlt, und dadurch gewinnt man auch die Mittel, Unterrichtsanstalten
und Lehrmittel zu beschaffen.
Als ich Mitte September l. J. den Lehrercursus besuchte, fand ich
mehrere Lehrer mit Tischler- und Eisenarbeiten beschäftigt, denen man
es ansah, wie wohl ihnen diese bürgerliche Arbeit thut. Sie erproben an
sich die Vortheile des Handfertigkeitsunterrichtes. Für die Unterrichtscurse
für Lehrer zur Ausbildung im Handfertigkeitsunterricht wurde
folgendes Programm ausgegeben:
I. Der Unterrichtscursus wird am er. Juli eröffnet und am 16. August geschlossen.
z. Es wird, je nachdem eine ausreichende Betheiligung stattfindet, Unterricht
ertheilt in Papparbeiten, Tischlerei, llolzschnitzerei, Metallarbeiten und
Modelliren. Die fünf Abtheilungen stehen unter der seit Jahren erprobten Leitung der
Vorsteher unserer Lehrercurse, nämlich der Herren: Lehrer Niederley, Tischler-Obermeister
Werner, Bildhauer Weber, Schlossermeister Kayser und Bildhauer
Lehuert. - Die Gesammtleitung fuhrt im Namen des Vorstandes der mitunterzeichnete
Schriftführer desselben, Herr Lehrer Gbpfert.
3. Die tägliche Arbeitszeit beträgt acht Stunden, und zwar wird je vier Stunden
am Vor- und am Nachmittag unterrichtet.
4. Es ist den Theilnehmern nur gestattet, sich an dem Unterricht in höchstens
zwei Fächern, deren Wahl ihnen freisteht, zu betheiligen.
5. Das Honorar, welches vorher zu entrichten ist, beträgt 40 Mark.
6. Die von den Herren Theilnehrnem hergestellten Arbeiten werden gegen Erstattung
von S Mark für das Material ihr Eigenthum.
Regional-Ausstellung in Budweis.
Von J. Folnesics.
In Budweis hat vom 3x. August bis 15. September eine kleine Ausstellung
land- und forstwirthschaftlicher, sowie gewerblich-industrieller
Producte stattgefunden, die, obwohl stark beeinträchtigt durch die nationalen
Parteiungen, ein nicht allzu undeutliches Bild der Thätigkeit Südböhmens
auf allen diesen Gebieten darbot. - Natürlich war das Kunstgewerbe
im Vergleiche mit den anderen Gruppen nur schwach vertreten.
Selbst hervorragende Firmen, wie Meyer's Nelfe in Adolf und L. G: C. Hardtmuth
in Budweis hatten nur in bescheidener Weise ausgestellt, und wenn