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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 229)

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Schließlich finden wir bei uns mit den Bronzen eine Reihe von

Gussformen, die den Beweis liefern, dass der Guss hier im Lande geschah.

Es gibt dreierlei Arten solcher Gussformen. Sie sind aus Lehm, aus

Sandstein und aus Bronze. Alle diese Gussformen finden sich hier im

Lande vor. Ich glaube, wir sind deshalb nicht unberechtigt, anzunehmen,

dass der Guss wirklich hier geschehen ist. Wenn die Stylistik, die Bearbeitung

 der Bronze als zu hochstehend für die Cultur der hier lebenden

 Völker angesehen wurde, so war man sich, wie ich glaube, eben

nicht recht klar über die Bedeutung dieser vStylistiku oder übersah die

VortreHlichkeit von Arbeiten, wie sie auch bei wenig cultivirten Völkern

noch jetzt vorkommen. Die sogenannte Stylistik dieser prähistorischen

Bronze ist nämlich nicht die eines einzigen Volkes, sondern wir finden

sie mit wenig Varietäten fast über die ganze Welt verbreitet. Es sind

eben dadurch keine Stylforrnen im engeren Sinne, sondern die aus dem

unmittelbaren Bedürfnisse hervorgegangenen einfachsten Formen.

Die gleiche Technik bringt oft gleiche Formen, so wie

gleiche Ornamentik naturnothwendig hervor.

Es ist nicht zu verkennen, dass, wenn das Bedürfniss entsteht, eine

Kleiderhafte aus Metalldraht zu verfertigen, es nicht einfacher geschehen

kann, als dass diese gerade Nadel mit dem im Halbkreise gelegenen Bügel

an einem Ende verbunden werde, wie bei der Bogenfibula. Soll diese

Nadel nun spielen, so kann man sich keine einfachere Operation denken,

als den Draht am anderen Ende um eine Spiralwindung herumzudrehen.

Diese einfachste Form der Bogenfibula ist also keine stylistische, sondern

eine durch den Zweck und die Technik bedingte. Wir sehen denn auch,

wie diese Form im Kaukasus ebenso vorkommt, wie hier im Watsch und

in der Sammlung des Dr. Egger. Die Veränderungen solcher allgemeinen

Formen, welche dann innerhalb einer Nationalität entstehen, werden immer

nur Variation der ursprünglichen, natürlich zweckmäßigen Form sein.

Andererseits ist aber nicht zu verkennen, und ich muss dies betonen,

 dass allerdings nicht alle Bronzen, welche wir finden, von unsern

Kelten erzeugt worden sind, und dass der rege Verkehr dieser Völker

mit den Etruskern eine Reihe von Gegenständen in's Land gefördert hat,

die entschieden etruskischen Ursprunges sind. Es ist nun nicht leicht, in

jedem einzelnen Falle einen Gegenstand mit Bestimmtheit als etruskisch

oder keltisch nachzuweisen, weil auch hier oft Stylverwandtschaft herrscht.

Ich mache auf die etruskisehe Vase in der Sammlung aufmerksam, welche

den Charakter solcher etruskischen Arbeiten genau vorführt.

Ein anderer Gegenstand von hoher Bedeutung, eine Ciste, ist im

vorigen Jahre in Watsch in Krain gefunden worden. In getrieberier Arbeit

befindet sich auf der Außenseite ein Festzug dargestellt. Die Costüme

und Gewandungen der dabei Betheiligten sind so klar zur Darstellung

gebracht, dass wir allerdings befähigt sind, manche Vergleiche mit Costümdarstellungen

 anzustellen. Auch bei diesem Gefäß glaube ich, dass eine
            
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