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und Kataloge. Auch diese Aufgabe ist zum Theil geschehen, zum Theil in Angriß" 
genommen, denn ihre Durchführung ist bei vielen Tausenden von Gegenständen nicht 
die Arbeit eines einzigen Jahres. 
Bei solchen Zuständen, welche beständig einen Theil der Säle der Verfügung ent- 
zogen und die Kräfte des Museums in Anspruch nahmen, musste man von der eigenen 
Special-Ausstellung, welche gewöhnlich im Frühling oder Sommer stattfindet, gänzlich 
absehen; nichtsdestoweniger fügten es die Umstände, dass das Museum ein paar in ihrer 
Art glänzende, ungewöhnliche und doch seinen Bestrebungen sehr verwandte Ausstel- 
lungen während des Jahres 1388 in seinen Mauern sah. Die Vollendung des großen 
Maria-Theresia-Monumentes, dessen Enthüllung man im Monat Mai entgegenssh, rief den 
Gedanken hervor, einmal in einer Ausstellung Alles zu vereinen, was noch von Reliquien 
und Andenken der großen Kaiserin vorhanden war_, damit andere Kunstgegenstände der 
Zeit, die Portrats der bekannten Persönlichkeiten ihrer Epoche, insbesondere der Mit- 
glieder des Kaiserliauses zu verbinden, und so ein künstlerisch und geschichtlich gleich 
interessantes Bild der Zeit zu geben. Das Museum stellte. bereitwillig dem großen, aus 
verschiedenen Kreisen der Gesellschaft gebildeten Comite, das unter Vorsitz des Präsi- 
direnden im Curatorium, Edmund Grafen Zichy, seine Versammlungen in unserem 
Sitzungssaal hielt, die Raume zur Verfügung und betheiligte sich an der Durchführung 
mit allen Kräften, so viel es deren unter den vorhandenen Umständen gewähren konnte. 
Die Ausstellung, welche durch Se. Majestät den Kaiser in Gegenwart vieler Gäste eröffnet 
wurde und deren Ertragniss der Polyklinik zußnss, hatte einen schonen, allgemein be- 
friedigenden Erfolg. 
Eine zweite, ebenfalls von Außen her veranlasste Ausstellung fand im Monat 
October statt. Der Verein der Amateur-Photographen in Wien beabsichtigte eine inter- 
nationale Ausstellung von Arbeiten solcher Photographen, welche diese Kunst nicht aus 
Beruf, sondern aus Liebhaberei betreiben. Bekanntlich gibt es nicht blos überaus zahl- 
reiche Photographen dieser Art, deren Leistungen, unterstützt von Passion und guten 
Mitteln, höchst bedeutend sind, sondern es haben sich auch in allen Ländern bereits 
Vereine derselben gebildet. Der Wiener Verein ersuchte nun das Museum um Gewährung 
der Raumlichkeiten für diese Ausstellung, über welche Ihre ltais. Hoheit die Frau Erz- 
herzogin Maria Theresia das Protectorat übernommen hatte. Der Wunsch wurde um so 
bereitwilliger erfüllt, als ja die Photographie, insbesondere mit ihren verschiedenen Re- 
productionsverfahren, den Bestrebungen des Museums nicht ferne steht. Die Ausstellung, 
welche von der Frau Erzherzogin eröffnet und auch von Sr. Majestät dem Kaiser besucht 
wurde, füllte vier Säle und erwies sich in überraschender Weise interessant. 
Es folgte dann wie gewöhnlich im Monat December die Weihnachts-Ausstellung, 
welche diesmal nicht die gewohnte Zugkraft bewies. Zwar waren die Anmeldungen zahl- 
reicher eingelaufen als die letzten Jahre, aber der Qualität nach weniger entsprechend, 
so dass ein sehr großer Theil zurückgewiesen werden musste. Auch das Publicum, 
ermüdet durch die großen und vielen Ausstellungen dieses Jahres, vielleicht auch mit 
Weihnachtsgeschenken aus der Ausstellung in der Rotunde hinlänglich versorgt, zeigte 
geringere Theilnahme, und so fiel der Besuch, der sich in den letzten Jahren eher ge- 
hoben hatte, schwächer aus. 
Wenn das Museum selbst im Uebrigen auf eigene Ausstellungen verzichtet hatte, 
so machte es doch die Vorbereitungen zu einer neuen, welche im Frühjahr 1889 zur 
Feier des fünfundzwanzigsten Jahrestages der Gründung unserer Anstalt dienen sollte. 
Es wurden zu dieser Feier auch vier literarisch-artistische Publicationen vorbereitet, 
welche der 31. Marz vollendet sehen soll. Von ihnen sowie von der beabsichtigten Aus- 
stellung wird daher der nächste Jahresbericht zu erzählen haben. 
I. 
Besuch und Benützunq des Museums. 
Die Zahl der Besucher betrug im Jahre 1888: 184.347 Personen (- 7o95)'); 
davon kommen 158.474 auf die Sammlungen und Ausslellun en (- 5617); 4158 auf die 
Vorlesungen (+ 705); 21.715 (- 2083) auf die Bibliothek 16.875 (- 1216) am Tage 
und 484a (- 958) am Abend]; 4283 (- 1500) zahlten das Einlrittsgtld. 
v) + und . 
- bedeulet mehr und weniger als im vergangenen Jahre.
	        

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