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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 6)

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sonstigen keramischen Producte. Schwierig und vor Allem zeitraubend ist 
dabei die Arbeit des Künstlers, der den Elfect des Feuers an seinem 
Werke vorahnen muss, das Mass der Verglasung, Durchleuchtung des 
Reliefbildes genau in Rechnung zu ziehen hat. Nach wenigen Pinsel- 
strichen, nach einigen Farblagen müssen nothwendig Pausen eintreten, 
damit das eingesogene Wasser des Auftrages sich vertheilen, verdunsten 
kann, keine Störungen, Deformationen in dem ungebrannten Gefäßkörper, 
in den Farbgrundlagen anrichte; Fehler, Verletzungen, die beim Sculpiren 
der lose haftenden Farbmassen unvermeidlich sind, müssen durch neuen 
Auftrag rnit dem Pinsel immer wieder corrigirt werden, bis oft erst nach 
viel monatelanger Arbeit eine solche große Prunkvase fertig, der Voll- 
endung durch das Feuer entgegengeht. 
Der Pariser Witz sagte, die Künstler von Sevres gingen nach einigen 
Pinselstrichen immer wieder auf ein paar Stunden in den Wald von 
St. Cloud spaziren. (Schluss folgt.) 
Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit 
demselben verbundenen Institute. 
Se. Majestät der Kaiser geruhte Sonntag den 24. v. M. Nach- 
mittags um r Uhr die Ausstellung künstlerischer Photographien im 
Oesterr. Museum zu besichtigen. Museumsdirector Hofrath Ritter v. Falke 
empfing Se. Majestät den Kaiser ehrerbietigst im Vestibule, worauf die 
Herren Karl Srna, Jury-Obmann Maler Schäffer, sowie kaiserl. Rath 
Professor Fritz Luckhardt Se. Majestät im Säulenhofe des Museums 
begrüßten, und Allerhöchstdemselben das Geleite durch die Ausstellung 
gaben. Se. Majestät besichtigten die Ausstellung mit lebhaftem Interesse 
und gaben der Allerhöchsten Anerkennung über die Fortschritte in der 
Photographie Ausdruck. Sodann erschienen Se. Majestät im Saale Vll, wo 
der künstlerische Nachlass des Malers Richard Fallenböck, Assistenten 
der Wiener Kunstgewerbeschule, ausgestellt ist. Dem anwesenden Bruder 
Fallenböck's drückten Se. Majestät das aufrichtigste Bedauern darüber 
aus, dass der hochlalentirte Maler unserer Kunst so früh verloren ging. 
Se. Majestät verließen kurz vor z Uhr das Museum. 
Se. Majestät König Karl von Rumänien hat an den Director 
des Museums, Hofrath v. Falke, in Betreff des in der Kunstgewerbeschule 
angefertigten Albums mit Adresse die folgenden Worte telegraphirtt 
"Das herrliche Album, das die von Wien entsandte Deputation mir über- 
brachte, hat mich angenehm überrascht und sehr erfreut. Der Werth 
dieses schönen Geschenkes ist für mich um so größer, als es aus der lhnen 
unterstellten Kunstgewerbeschule hervorgegangen. Ich möchte Allen, die 
sich an der Gabe betheiligt, meinen allerwärrnsten Dank sagen. Karlm 
Die Enveloppe ist von Hofrath Storck entworfen, die Ernailmale- 
reien sind von Professor H. Macht, der Einband ist von Paul Pollack, 
die Treibarbeit von Kowarzik 81 Staniek. 
Personalnaohrioht. Herr Andreas Blümrnel, durch fast drei- 
undzwanzig Jahre Cassenführer des Oesterr. Museums, tritt mit dem 
r. Juni d. J. nach 42jähriger Dienstzeit in den bleibenden Ruhestand. 
Das Museum verliert in ihm einen Beamten, der seinen verantwortlichen
	        

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