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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1895 / 2)

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zu verfolgen, wie unter der neuen Beleuchtung eine Fülle von Stellen in du homerisehen

Gedichten, die Jahrhundertelang "einer plausiblen Erklärung getrotzt haben, sich nun

mit einem Schlage erledigftitrd das Kriegstvesen jener Epdcheiein ungeahnt eigenartiges

Bild annimmt. _ ' , _ -

Nach den Resultaten der Forschungen ReicheVs präsentirt sich der homerische

Held in ganz anderen Schutzwalfen, als wir ihn uns bis jetzt vorstellten, wo er in ider

Hauptsache, den Kriegern der hellenischen Bluthezeit glich. Der eherne Panzer, der den

ganzen Kopf bedeckende Visirhelm, die ehernen Beinschienen und schließlich d_er runde

Schild sind erst die Ergebnisse einer völligen Umgestaltung des Kriegswesens, die in der

Zeit nach der Entstehung der homerischen Gedichte eintrat. Wo der Panzer in den Epen

erwlhnt wird, ist er erst auf dem Wege der lnterpolation in dieselben gekommen. Die

Hauptschutzwafe der homerischen Helden war der große gewölbte, fast die ganze Hohe

des Mannes einnehmendc Schild, den die mykenischen Kunstwerke in zwei Typen zeigen.

An einem Tragriemen um die linke Schulter getragen, mittelst desselben und einem

Spreizstabe in eigenthümlicher Weise regiert, bestimmte dieser schwere, gewöhnlich aus

einer Ochsenhaut verfertigte Schild die ganze Kampfesweise der homerischen Zeit.

Warum z. B. die Cavallerie fehlt, der Srreitwagen eine so wichtige Rolle spielt, wird

erst durch die Form des Schildes erklärt. Bemerkt sei auch noch, dass das alte Problem

der antiken Kunstgeschichte, die Erklarung und Anordnung der Bilder an dem berühmten

Schilde des Achilles durch Reiche! in Wesentlichen Zügen gefordert wird. Einen directen

Leibschutz bot nur die gürtelartige Mitre und der Zoster, dessen Hauptfunction übrigens

darin bestand, das Gewand beim Kampfe aufgeschürzt zu halten. Statt der Beinschienen

finden wir Gamaschen aus Leder oder Stoß", die keine selbstständigen Walfenstücke waren

und nur den Zweck hatten, die Schienbeine vor Verletzungen bei der Handhabung des

großen Schildes zu schützen. Als Kopfbedeckung diente nicht ein Visirhelm, sondern

eine nur den Oberkopf bedeckende kegelförmige Haube, was schon seine innere Wahrscheinlichkeit

 darin hat, dass die Helme aller zeitgenössischen Volker diese Form aufweisen.

 Für einzelne Details des homerischen Heimes, die er zum Theile in einleuchtender

Weise erklärt, hätte der Verfasser die Berufung auf nußergriechische Analogien, von

denen einzelne schlagend sind, nicht otineweiters ablehnen sollen. Ms.

i!

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