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Lichte vor Allem auffällt, so ist William Pether der unermüdliche und
schwer zu übertrelTende Schaber von Lichtwirkungen der entgegengesetzten
Art, wie man aus seinen ausgestellten sechs Blättern nach
Rembrandt und fünf ebenso vom Licht blos durchdämmerten Interieurs
nach Wright entnehmen kann. Und wie sich hier die Richtungen scheiden,
_so kann man nach anderer Seite noch eine Wahrnehmung machen.
Einige Schabkünstler lieben unendlich feine Granirung der Platte und
ihrer Gesammtarbeit, wie etwa Dean, dessen ausgezeichnete Blätter
(Nr. 397 und 398) bei flüchtiger Betrachtung wie schwache Drucke aussehen,
während andere breit und kräftig in's Zeug gehen, wie etwa Rob.
W illiams und Finlayson, dessen Blätter fast auf Distanz zu besichtigen
sind. Wenn ein Schabkünstler beide Manieren beherrscht, dann ist er
unstreitbar der erlesenste, um dem Farbenauftrage der verschiedensten
Maler gerecht zu werden. Nur muss er die richtigen Originale vor sich
haben, und wenn z. B. Valentine Green's Lady Nuneham (Nr. 344.)
durch die Arbeit des Blumenmusters auf ihrem Kleide eines der besten
Stücke der Ausstellung zu nennen ist, so muss man dagegen seine Dorfschule
nach Jan Steen (Nr. 34.6) als einen entschiedenen Fehlgriff bezeichnen,
weil hier wegen der vielen unbedeutenden Figuren und gleichmäßigen
Beleuchtung die ganze Schabarbeit in die Wirkung einer mittelmäßigen
Lithographie verloren geht. Zum Glück hat Green diesen Fehlgriff
durch eine ganze Reihe wahrer Perlen seiner Kunst vollauf wettgemacht.
Zu denselben gehören vor allen die Ladies Waldgrave nach
Reynolds, voll Leben und fesselnder Schönheit (Nr. 356), und die Herzogin
Anna von Cumberland, das Non plus ultra an Vornehmheit, nach Gainsborough
(Nr. 363). Durch Kraft und Färbung zeichnet sich dagegen
A. Winter's Tale (Nr. 360) nach Opie, durch energische Granirung des
Hintergrundes sein Bildniss der Malerin Cosway aus (Nr. 361).
Bereits früher wurde der Zwiespalt der Meinungen angedeutet, 0b
Mac Ardell oder Richard Earlom (1- i822) der größere Schabkünstler
sei, eine Frage, welche sich nur individuell beantworten lässt. Die Mehrzahl
der Beschauer wird gegenüber dem ernsten Mac Ardell sofort durch
den vielseitigeren Earlom eingenommen werden, und die Landschaft mit
der Mühle nach Hobbema (Nr. 365), die vier Marktbilder (Nr. 376-379)
und nun gar seine zwei Blumen- und Fruchtstücke (Nr. 383, 384) sind
wirklich unvergessliche Bilder voll künstlerischer Empfindung. Seine fast
rafiinirte Technik mit Zuhilfenahme von Aetzung und Stichel haben viele
Andere schon vor ihm versucht, nie aber so spielend und geistreich ohne
Verletzung des richtigen Maßes zu Stande gebracht. Wie er die Schwierigkeiten
des Lichtes zu bewältigen wusste, zeigt das lnnere des Pantheons
in London (Nr. 373) und in noch stärkeren Tönen die königl. Kunstakademie
in London vom Jahre 1772, wobei alle 34 sichtbaren Personen
porträtgetreu gemacht sind (Nr. 371). Die technische Behandlung einer
Platte hängt eben von der Mache des Originals ab, und die breite, manch-