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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 8)

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noch in dem reichhaltigen Schatze der Basilica von San Marco in Venedig

aufbewahrt werden. Wir waren nicht wenig überrascht, in dem Schatze

von S. Marco - Dank der in Bergkrystall geschnitzten kutischen Inschritten

 -- den Ursprung und die Quelle zu entdecken, von woher namentlich

 im X. und XI. Jahrhundert die in Bergkrystall geschnitzten Gefasse

 als kostbare Seltenheiten, wahrscheinlich auf Handelswegen, in den

Besitz des Abendlandes gekommen sind. Es bewahrt nämlich der Schatz

von S. Marco mehrere umpulzle oder nmullze, in Bergkrystall geschnitzt in

jenen zierlichen Formen, wie sie der orientalischen und zwar der saracenischen

 Kunst eigen sind. Sowohl der Fussrand dieser prachtvollen Krysntllgefasse

 als auch der Ausgussrand derselben ist mit nnch trefflich erhaltenen

 kritischen Inschriften fast an jour gehalten verziert, die unserer

Vermuthung nach wahrscheinlich Sprüche aus dem Koran enthalten. Es

würde für die Alterthumsforschung von grnssein Interesse scin, wenn es

befähigten Orientalisten in der nächsten Zeit gelange, die Lesung dieser

kufischen Inschritten endgiltig festzustellen.

Wir waren nicht wenig erfreut, an dem goldenen Ambo Kaisers

Heinrich II. im Aachener Münster ebenfalls zwei kostbar geschnitzte Krystallgefassc

 vorzufinden, deren ornamentale Einzelheiten, analog den Verzierungen

 der Krystallgefasse zu Venedig, für die Industrie in jenen Ländern

 kennzeichnend sind, in welchen auch die ebengedachten Krystallgefasse

 von Venedig Entstehung gefunden haben. Ob dieselben von saracenischen

 Industriellen in Sicilien hergestellt worden sind, oder aber in maurischen

 Künstlern des südlichen Spaniens Entstehung gefunden haben, oder

aber 0h dieselben Aegypten und Kleinasien angehören, dies zu bestimmen

überlassen wir hier der weiteren Forschung. Nur auf einen Punct wollen

wir in dem vorliegenden kurzen Berichte aufmerksam machen, dass bereits

unter der Regierung Kaisers Lothar I. (reg. von 841 bis 855), wie es

den Anschein gewinnt, in Deutschland die Glyptik in Bergkrytall von sehr

befahigter Künstlerhand mit grosser Geschicklichkeit geübt und gepiiegt

wurde, wie das die beifolgende Gemme des Siegelringes Kaisers Lothar I. in

natürlicher Grösse beweist, welche sich an jenem

prachtvollen, in Gold, Email und Filigran gearbeiteten

 Altarkreuze betindet, welche im_ Aachener

Schatze den Namen „Das Lothar-Kreuz" führt.

Die Inschritt, welche hinsichtlich der Stylisirung

 der Buchstaben und ihres Contextcs dm-chaus

 für die Regierungszeit des Karolingers Lothar

 bezeichnend ist, lautet, wie folgt: 1- XPE

ADIVVA HLOTHARIVM REG. i:

Als Parallele zu dieser prachtvollen Siegelgemme

 Lothafs I. fanden wir im vorigen Jahre

im britischen Museum zu London ein zweites


            
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