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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 37)

dieses Künstlers seiner Heimat dauernd sichert. Auch Prof. Eng erth

setzte seinen Cyclns der Bilder aus Figards Hochzeit fort, sowie Prof.

Blaas seine Schlachtenbilder in der Ruhmeshalle des Arsenals. Dem

Publicum werden diese letzteren wohl auch im nächsten Jahre noch nicht

zugänglich werden.

Auf dem Gebiete der De coratio n s maler ei müssen mit besonderer

Auszeichnung hervorgehoben werden die ornamentalen Arbeiten von

Sturm und die Decorationsarbeiten von Laufberger, Hoffmann,

Griepenkerl u. s. f. für das neue Hofoperntheater. Der Aufschwung,

den die Decorationsmalerei fir die scenische Darstellung auch auf anderen

Theatern nimmt, darf nicht unbemerkt bleiben. In früheren Zeiten war

Wien auf diesen Gebieten zurück, nicht blos hinter den prachtvollen

Decbrationsmalereicn von Paris und London, sondern auch hinter denen

von Berlin. In den letzten Jahren hat sich die Decorationsmalerei hier

wesentlich gebessert.

Ueber die Bedeutung des neuen Opernhauses in seiner Beziehung

zur Kunstindustrie ein Schlussurtheil abgeben zu können, wird man erst

dann berechtigt sein, wenn der Bau vollendet dem Publieum zur Beniitzung

 wird übergeben werden.

Von ganz besonderer Bedeutung ist für das gesam-mte Gebiet der

Industrie jener grosse Kreis von Kunstübungeu, welche der Ausdruck

„z ei e h n e n d e K ü n s t e" umfasst. Aquarellmalerei, Kupferstich, Holzschnitt,

Chromolithographie u. s. w. sind Kunstzweige, welche in diesen Kreis

hereingehören.

Die Berufung des Kupferstechers Prof. Louis J akoby an die Akademie

 der bildenden Künste und die Bemühungen desOberst-Kämmerers

Grafen Crenneville zur Beförderung des Kupferstiches sind Fortschritte,

 welche in der Zukunft gewiss ihre gutenF rächte Hagen werden.

In der Chromolithographie hat sich Herr Grefe, in der Xylographie

 Herr v. Waldheim Verdienste gesammelt.

Andere Zweige der zeichnenden Künste hingegen: Radirun g,

Lithographie, finden noch vicl zu wenig Beachtung von Seite des

Publicums, als dass Künstler diesem Zweige mit Erfolg sich zuwenden

könnten. Auch finden sich bei uns sehr wenige Verleger für illustrirte

Werke und so bleibt Frankreich, Deutschland (insbesondere Berlin), England,

 Belgien, der österreichischen Monarchie auf dem ganzen Gebiete

der zeichnenden Künste weit überlegen. Es werden grosse Anstrengungen

gemacht werden müssen, um Versäumtes nachzuholen, und die Kunsttechnik

 Oesterreiehs auf die Höhe zu bringen, dass wir in diesen Kunstzweigen

 mit dem Auslande concurriren können.

Auch die Gravir- und Ciseleurkunst bedarf noch einer grossen

Unterstützung.
            
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