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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 37)

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dürfte die Ausstellung, wenn auch nicht von unmittelbarem Nutzen, so 
doch gewiss von grösstem Interesse gewesen sein. 
Dass dem zweiten Hauptindustriezweige unserer Gegend, der Glas- 
und Glasquincailleriewaaren-Erzeugung, eine Verbesserung in der ge- 
schmackvollen, der reinen Kunst entsprechenden ausseren Form ihrer 
Erzeugnisse Noth thut, wird allgemein anerkannt und bot die Ausstel- 
lung für sie Vorbilder von grösstem Werthe. 
Von vorzüglicher Bedeutung jedoch war die Ausstellung Für die in 
Reichenherg und Umgebung betriebene Kleinindustrie, welche, so Her- 
vorragendes sie in einzelnen Zweigen auch leistet, doch lange noch nicht, 
insbesondere was die Geschmacksrichtung ihrer Erzeugnisse anbelangt, 
auf der Stufe steht, um die Bahn der allgemeinen Concurrenz mit Aus- 
sicht auf einen günstigen Erfolg betreten zu könnenJ Für diese that die 
Vorführung ausgewählter Vorbilder besonders Noth und musste die 
heurige Ausstellung sehr erwünscht sein. 
Es ist auch nicht zu leugnen, dass gerade von dieser Seite her die 
Kunde von der beabsichtigten Exposition auf das freudigste begrüsst wurde. 
Einen besonderen Werth erhielt die Ausstellung dadurch, dass gleich 
von vorneherein dieAbsicht damit verbunden wurde, ein möglichst treues 
Bild des Standes eines Theils der österreichischen Gewerbsthätigkeit auf 
dem Gebiete der Kunst und Industrie zu gewähren. In dieser Beziehung 
kann die Bereitwilligkeit, mit welcher die in dieser Richtung hervorra- 
gendsten Wiener Industriellen die Ausstellung beschickten, nicht genug 
rühmend anerkannt werden. Die Beschickung von Seite der Industriellen 
im Reichenherger Kammerbezirke konnte dem Umfange nach schon des- 
halb keine vollkommen entsprechende sein, weil einerseits ein Hauptin- 
dustriezweig, nämlich die Baumwollspinnerei und Weberei, so wie an- 
dere in hervorragender Weise betriebene Branchen schon durch die Ten- 
denz der Ausstellung, welche nur Gegenstände enthalten sollte, die durch 
die Schönheit in der äusseren Form und Farbe sich auszeichnen, ausge- 
schlossen waren, andererseits die ganze Anlage für eine grossarrige Be- 
theiligung nicht berechnet war. Jedoch erschienen auf der Ausstellung 
mit Ausnahme des Kottondruckes, der gar nicht vertreten war, fast alle 
übrigen Industriezweige des Kammerbezirkes durch einzelne Aussteller 
entsprechend vertreten. 
Es enthielt die Ausstellung nebst den vom k. k. Museum und den 
Wiener Herren Industriellen eingesendeten Gegenständen auch Ausstel- 
lungsohjects 
1. von Glaswaaren, Spiegeln und Lampen; 
2. „ Kunsttischler- und Holzschnitzarbeiten, dann Vergolderar- 
tikeln; _ 
3. , Möbel- und Tapezierarheiten; 
4. „ Bildhauerv und Stuccaturarbeiten;
	        

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