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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 41)

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Die Section wiinscht, dass das Comlte, welches sich die Oreirung der Gewerbehalle

in Wien zur Aufgabe gestellt hat, für sein Streben mit einem glücklichen Erfolge belohnt

werde, noch mehr aber, dass der Staat, welcher für diesen Zweck in den Sammlungen

des k. k. polyteehnischen Institutes bereits so reiche Mittel besitzt, biemit dem Unternehmen

 fördernd entgegcnkomme und dasselbe unter gleichzeitiger Mitwirkung des Landes,

der Commune Wien, der Handelskammer und anderer Betheiligten in jener ausreichenden,

glänzenden Weise zur Durchführung gelangen lasse, welche Wien und seiner Industrie

entspricht.

Als ein sehr wirksames Mittel zur Förderung des gewerblichen Fortschrittes sind

noch die Preisausschreibungen anzusehen. Auch hier muss dem n. ß. Gewerbeverein

 das Zeugniss gegeben werden, dass er Befriedigendes leistete. Wir erinnern an

die Preise, welche der Verein an verdienstvolle Werkfiihrer und Altgesellen ertheilt, an

die permanenten Preise für hervorragende industrielle Leistungen aller Art und an jene

für gelungene gewerbliche Zeichnungen von Arbeitern, Lehrlingen etc. Was der Gewerbeverein

 speciell für einzelne Industriezweige gethau hat, wird später augefiihrt werden.

Im Weiteren erwähnt die Section der im Augenblicke noch von der k. k. Akademie

der bildenden Kiinste verwalteten Stiftung von Druckwaarenfabrikanten, deren Ertrßgnisse

zur Verleihung von Prämien flir Mannfacturzeichnungen bestimmt sind. In den letzten

Jahren wurden diese Erträgnisse, welche jährlich 100 bis 120 d. ausmachen, der Kammer

zur Verfügung gestellt und von dieser dem Zwecke der Stißnng entsprechend verwendet.

Auch die Kammer selbst stiftete Preise, und zwar silberne Medaillen, Bronzemedaillen

 und Diplome, fiir hervorragende Leistungen von Gewerbeschiilern im Zeichnen,

Modelliren und in praktischen Arbeiten. Die diesfiilligen Auslagen wurden aus der von

der Kammer verwalteten Kronprinzstiftung und durch Privatheiträge gedeckt.

Es ergibt sich hieraus, dass in Beziehung auf die Ausschreibung von Preisen zur

Förderung der gewerblichen Thätigkeit und Bildung viel geschieht, und es liisst sich nur

wünschen, dass ein Gleiches auch fernerhin der Fall sein möge.

Scbliesslich sind noch zwei bei der n. ö. l-Iandels- und Gewerbekammer bestehende

und von ihr verwaltete Stiftungen fiir allgemeine gewerbliche Zwecke zu erwähnen, nämlich

 die von der Kammer selbst im Jahre 1858 gegründete „KronprinzstiRung" mit einem

Fonds von mehr als 48.000 fL, dessen Erträgnisse zur Verbreitung des gewerblichen

Unterrichtes oder zur Förderung sonst gemeinnütziger comrnercieller und industrieller

Zwecke verwendet werden, dann die von dem Herrn k. k. Ministerialrathe Dr. W. Ritter

v. Schwarz im Jahre l864 gegründete ßchwarzstiltung" mit einem Fonds van 14.000111

dessen Erträgnisse zu Reisestipendien für Arbeiter behnfs ihrer technischen Ausbildung im

Auslands, so wie zu Vorschiissen an die aus dem Auslsnde zurückgekehrten Arbeiter behufs

 ihrer selbständigen Etablirung bestimmt sind und binnen kurzer Zeit zur Verwendung

gelangen werden. (W. Z.)

Kleinere Mittheilungen.

(Besuch des Museums.) Die Anstalt wurde im Monate Jiinner von 8975 Personen

 besucht.

Se. k. k. Hoheit der durchl. Herr Erzherzog Wilhelm beehrten am 15. Jänner

das k. k. österr. Museum für Kunst und Industrie mit höchstihrem Besuche.

(Geschenke an das Museum.) Vom Herrn kais. Rath A. v. Cernesinn Miniaturcopien

 aus dem Zwettler Code: tradizianunr und Copieu von romanischen Glnsfenstern

aus dem Kloster Heiligenkrenz, endlich eine Ansicht des nlten Landhauses in Wien, rndirt

von E. Hiitter;- von Herrn Cnstellsni, Goldschmied in Rom, eine Terrneottscupie einer

antiken Terrucottsmaske, ausgeführt von Alfr. Csstellsni; - vom Herrn Sactionsrnth Fr.

Walther die Jahrgänge der ,Austris" l840-l859, herausgegeben von Ksltenheck, Snlomon

 und Bernstein; - von Herrn Johann Erner, k. Hoftischler in Köln, ein Album

mit Photographien älterer, im Besitze des Genannten heßndlicher, und moderner, in dessen

Etablissement nngefertigter gothischer Möbel.

(Neu ausgestellte Gegenstände.) Am 16. Jlinner: Zwei Landschaften von

Colin vom Jnhre 1680, ohne Retouche und ohne neuen Firniss regenerirt von Professor

Pettenkofer in München. Eigenthnrn des Herrn Grafen Edmund Zichy; die „Zingßrells"

 von Correggio und „Ecce homo" von Van Dyck, Oelgemälde, Eigenthnm des Herrn

Capitän Fairholme in Bregenz; zwölf Wiener Porcellanteller vom Jahre 1800, Eigelfthurn

 des Herrn Trau; gothische Details aus Spanien, in Farben ausgeführt vorn Archv

takten F. Bchulcz; endlich eine Suite römischer Marmor-Reliefs.
            
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