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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 42)

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angelegt und dadurch eine gegliederte Krenzesform erzielt, über deren

Centralpunkt sich eine Kuppel mit verhältnissmässig hohem Tambour

erhebt. Rings um den Unterbau herum laufen Blendarkaden, zwischen

deren überaus zierlichen Säulchen in Wallrosszahn geschnitzte Gestalten

von Propheten und Heiligen stehen. Die Frontseiten der kleinen Vorbauten

 sind mit Reliefdarstellungen aus dem Leben Christi geschmückt.

Um den Tambour der Kuppel herum in Nischen befinden sich die sitzenden,

 ebenfalls in Wallrosszahn geschnittenen Figuren der Apostel. Das

Ganze, über und über mit Email in reichster und gesehmackvollster

Zeichnung incrustirt, macht durch die Zusammenstellung der satten

Schinelzfarbeu und den Goldglanz des Metalles den Eindruck würdiger

Pracht und eines im kleinsten Raume ausgeführten monumentalen Architekturwerkes.

 Seine Entstehung wird - vielleicht etwas zu frühe -- in

die Mitte des I2. Jahrhunderts versetzt; ich glaube, dass einige Ümstiinde

 für den Beginn des 13. sprechen.

Unter den übrigen zahlreichen Emailwerken, von denen die meisten

der rheinischen, ein oder zwei vielleicht auch der alten limousiner Schule

angehören, gebührt einem Tragaltärchen aus dem Ende des 12. Jahrhunderts

 der erste Platz. In einer Inschrift ist uns der Name seines

Verfertigers erhalten: "Eilbertus coloniensis me fecit." Die Figuren sind

von überaus schöner Zeichnung, das Email von grosser Leuchtkraft und

Glut der Farben, die zum grossen Theile ihre Pracht der sorgfältig ansgeführten

 Politur verdanken, wie sie schon Theophilus als besonders

wichtig seinen Schülern bei der Ausführung von Emailen an's Herz legt.

Auch von der älteren, vorzugsweise in Byzanz geübten Art des

Cloisonne-Ernails auf Gold enthält der Welfenschatz in einigen Crucifixen

 Beachtenswerthes. Das Email, das hier meistens durchsichtig oder

wenigstens durchscheinend gelassen worden ist (d. h. keinen Zusatz von

Zinnoxyd enthält), wetteifert durch sein Lustre mit den Edelsteinen,

denen es auch seinerzeit nahezu gleich werth gehalten worden ist. Es

ist schade, dass dieser schönen Technik, die durch die Zartheit der

aufgelötheten Goldfaden, welche die einzelnen Farbenfelder trennen, ein

sehr feines Dessin gestattet, sich die moderne Juwelierkunst noch nicht

bemächtigt hat.

Mit Erwähnung dieser mit Email cloisonne gezierten Werke haben

wir das Feld der eigentlichen Goldschmiedekunst betreten. Für diese

bietet der Welfenschatz eine reiche Fülle sowohl nach der technischen

als auch kunstgeschichtlichen Seite. Wir lassen davon eine kurze Uebersieht

 des Hauptsachlichsten nach der chronologischen Ordnung der Entstehungszeit

 hier folgen.

Der byzantinischen Kunst angehörig ist ein Reliquienkreuz von

reicher Ausführung in durchbrochener Arbeit mit Filigran, Perlen und

(Cloisonne-) Emailen geziert. Der Fuss von massivem, vergoldetem

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