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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 43)

QUÖ

Grösse des Originales, ausgeführt. Diese Büste beündet sich seit einigen

Wochen im Museum, und es hat nun Jedermann Gelegenheit, sich von den

Vorzügen dieses Marmors zu überzeugen.

Die Vorzüge dieses Marmors bestehen sowohl in dem angenehmen,

warmen Tone, als auch in der Witterungsbeständigkeit. Der Laaser Marmor,

 etwas grobkörniger wie der parische, hat, gleich diesem, einen gelblichen

 Stich, der von einem sehr geringen Quantum von Eisenbestandtheilen

 herrührt, welche in diesem Marmor sich befinden. Diese Eigenthümlicbkeit

 gibt demselben einen schönen, warmen Ton, der weit entfernt

ist von dem kalkigen, übermassig glänzenden des Carrara-Marmors, und

der sich ganz vorzugsweise eignet für plastisch-figurale Gegenstände.

Eine zweite Eigenschaft dieses Mnrmors, welche denselben in vorzüglicher

 Weise auch zur Verwendung für architektonische Zwecke geeignet

 macht, ist seine Festigkeit und Wetterbestandigkeit. Dieselbe hat

sich am glänzendsten in der Walhalla erprobt, wo an den äusseren Theilen,

insbesondere an jenen an der Wetterseite, Laaser Marmor angewendet

ist und die, wie sich Jeder überzeugen kann, in ganz vorziiglichem Zustande

 erhalten sind. Es kommen bei demselben nicht die Ansätze von

Flechten vor, wie sie beim Carrara-Marmor erscheinen. Auch die Einwendung,

 welche im ersten Augenblicke gegen den Laaser Marmor erhoben

 wurde, dass derselbe, verglichen mit dem Carrara-Marmor, schwieriger

 zu bearbeiten sein dürfte, hat sich, nach der gemachten Probe, als

nicht stichhaltig erwiesen. In dieser Beziehung ist zwischen den beiden

Marmorgattuugen kein Unterschied bemerkbar.

Die Benützung dieser Brüche ist auch nicht mehr wie früher, wo sie

wenig aufgeschlossen waren, behindert. Gegenwärtig sind die Laaser

Brüche - und zwar neu erölfnete Brüche - in einem geordneten Gange;

der Ingenieur Lenz und der Bildhauer Steinhäuser -- Sohn des rühmlichst

 bekannten Bildhauers in Rom -- haben diese Brüche acquirirt und

leiten ihre Bearbeitung.

Es wäre zu wünschen, dass auch die massgebenden Kreise, die dem

Österr. Marmor seit lange wenig Aufmerksamkeit zugewendet haben, der

Aufgabe eingedenk werden, welche die Marmortechnik in Oesterreich zu

erfüllen hat. In den Zeiten der Kaiserin Maria Theresia waren bekanntermassen

 die österr. Marmorbrüche in sehr gutem Gange. Die grossen

Marmorüguren im Schünbrunner Garten sind aus Tyroler Marmor, allerdings

 viel nntergeordneterer Qualität als Laaser Marmor, ausgeführt. Ferner

waren im verflossenen Jahrhundert viele Arten von dunklem Marmor aus

österr. Brüchen in Verwendung.

Herr Professor Su ess hat in einem Vortrage über Baugesteine, den

er zu Ende des Jahres 1866 im Museum gehalten, darauf aufmerksam

gemacht, dass Oesterreich ungeachtet seiner ausserordentlichen Mannigfaltigkeit

 von Gesteinsarten (ein Gebiet, auf dem in der That noch die
            
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