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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 44)

DieReform der sogenannten Gewerbe-Zeichnenschule, die auch häufig

nach ihrem gegenwärtigen Leiter, Herrn Director W e s t m an n, benannt

wird, Anm am Entspmchondsten m ilßl Weise dhrphznmhren sein. wenn

dieselbe in eine Specialschule für Bauhandwerker u. z. nach dem Muster

der Stuttgarter Bauhundwerksschule umgestaltet wird.

Nachdem die Westmanifsche Schule in ihrer bisherigen Organisirung

 auch eine Abtheilung für lilanufacturzeichnen enthielt, in welcher

der Unterricht für Weberei- und Zeugdruckzeichnen ertheilt wurde, und

diese Ahtheilung nothwendig wegfallen muss, wenn dieses Institut in eine

Bauhandwerksschule umgestaltet wird, so hat die Reorganisirung der

Gewerbe-Zeiohnenschule gleichzeitig auch dazu gedient, die Frage wegen

der Reform der Manufacturschule in Fluss zu bringen. Mit diesem letzteren

Gegenstands wollen wir uns hier ausschließlich beschäftigen.

Zwei Aeusserungen vollkommen competenter Fachmänner, welche

uns vorliegen, bekräftigen unsere eigene Ueberzeugung, dass der gleichzeitig

 auf künstlerische und technische Ausbildung in der Weberei berechnete

 Unterricht, welcher bisher in der Manufactur-Zeichnenschule ertheilt

wurde, nach keiner Seite hin sein Ziel erreichen konnte, und dass bei zweckmässiger

 Einrichtung fernerhin dieser doppelte Unterricht nicht in einer

und derselben Schule ertheilt werden kanm- Der technische T heil

dieses Unterrichtes gehört der Manufacturschule an, der

künstlerische fällt in das Gebiet der Kunstgewerheschule.

i I 'Die "Verhandlungen und Mittheilungen des n.-ö. Gewerhevereins"

enthnlten in Nr. 16 vom 16. April l. J. einen Bericht der Abtheihxng für

Druck und Weberei von Herrn Carl Giani, dessen mit Stimmeneinhelligkeit

 angenommene Anträge dem h. Ministerium für Cttltus und Unterricht

 gegenwärtig zur Entscheidung vorliegen. In diesem Berichte ist auf's

Dsutlichete die Ueberzeugung ausgesprochen, dass bisher im Unterrichts

des Manufacturzeiclrnens das technische und künstlerische Element nicht

streng genug getrennt gehalten, sondern zum beiderseitigen Naehtheile

das technische Zeichnen und des Componiren gewöhnlich vermengt worden

 sind.

Die Specialschule, welche der 11.16. Gewerbeverein zur Pflege des

technischen Elementes hnstrebt, soll Werkffrhrer, Fsliriksdirscteren

und Manufactnrzeichner fiir die carfa rigats bilden, soll die missen um

gründlich lehren, den Schüler mit allen Elfecten der Bindungen und initder

 Behandlung des verschiedenen Materials bekannt machen, ihm die

Werkzeuge der Weberei vorfllhren und endlich ihn lehren, wie er

eine künstlerische Composition in die Technik zu übertrugen habe.

Eine solche Iüchschule wird aber nun und nimmer-mehr auch die

Eignung besitzen, Künstler und Dessinatem zu bilden, zu deren Ausbildung

 ein längerer Zeitraum und ein ganz anders geurteter Unterricht

erforderlich M. ,
            
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