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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 48)

und intelligent geleiteten Gewerke und Fabriken rasche Fortschritte. Am

meisten machte sich diesmal das Zink und die Kunst, dasselbe zu bronziren,

_ geltend, und in Schmiedesachen und in Schlossereigsgsnständen Huby. Die

Mctallindnstrie in Oesterreich wird grosse Anstrengungen, die technischen

Wissenschaften grosse Fortschritte machen müssen, bis sie Leistungen

aufzuweisen haben werden, wie die von Durenne, Fourment, Houille d. Cie.

u. A. m. Die Brouzefabrikanten von Paris sorgen überdies für Heranbildung

 tüchtiger Arbeitskräfte durch eine Specialscbule.

v Die Galvanoplastik hat mehrere Repräsentanten, darunter Oudry, der

die Venus von Melos in ganzer Figur galvanoplastisch zur Ausstellung

gebracht hat. Die Emailkunst ist ausser Falize noch besonders durch

Robillard vertreten, der Ernails in der Art der Limogerarbeiten des XVI.

und XVII. Jahrhunderts ausgestellt hat.

Nicht sehr zahlreich sind jene Zweige der Kunstindustrie vertreten,

bei denen es sich um Anwendung der Kunst auf Bekleidungsstofe handelt,

Weberei und Stickerei. Meunier du Comp., Fabrikanten zu Tarare und

St. Gallen, der Spitzenfabrikant Lefebure fr. fehlen zwar nicht, aber

Paris ist gerade in diesen Zweigen in den letzten Jahren bedeutend fortgeschritten.

 Es wird bei weitem besser und stylrichtiger gestickt, als in

früheren Zeiten, und man schenkt dem Unterrichts in Madchenschulen

eine bei weitem grössere Aufmerksamkeit als in Oesterreich. Alle Versuche,

 die weibliche Handarbeit in Oesterreich zu heben und nationalökonomiseh

 zu verwerthen, scheitern bei uns an der Passivität der Schulbehörden

 und ihrer geringen Einsicht in die national-ökonomische Bedeutung

der weiblichen Handarbeit.

AuEallend sind auf dieser Ausstellung die verschiedenartigen Versuche,

 Gyps zu färben und der Oberßäche des Gypses eine grössere

Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Staub und äussere Ein-Hüsse

 zu sichern. Am wenigsten befriedigtc uns der bemalte Gyps,- am

gelungensten scheinen die Versuche zu sein, dem Gypse eine Metallfarhe

 zu geben. Bei Versuchen ähnlicher Art entscheidet aber nicht

der erste Eindruck; Erfahrungen über die Dauerhaftigkeit des Anstricbes,

"chemische Prüfungen sind da nothwendig. Der Einbürgerung solcher

Versuche bei uns würden thsilweise die hohen Preise entgegenstehen.

Niemand würde 70 Fres. für eine metallisirte Gypstigur der Venus von

Melos von drei Fuss Höhe bezahlen. Der Vergolder Caussinus, Rimbaud,

haben Gegenstände ähnlicher Art ausgestellt.

Die Kunst in ihrer Anwendung auf kirchliche Bedürfnisse ist in

dieser Ausstellung ausserordentlich schwach vertreten. Die Vertreter derselben

 scheinen keine Verbindungen mit der Union centrale zu haben.

Gerade aber auf diesen Gebieten wird gegenwärtig in Frankreich viel

gearbeitet, und das Mobiliarc in allen Kirchen Frankreichs gibt von
            
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