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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 48)

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den grossen Geldmitteln Zeugniss, welche der Kunst in der Kirche zur

Verfügung stehen.

Auch das Gebiet der Buchbinderei ist auf dieser Ausstellung weder

zahlreich noch besonders gut vertreten.

Besonders hervorzuheben ist ein kleiner in Buchsbaumholz im Styie

der Renaissance geschnitzter Holzrahmen von Vallier, die Möbel in Lack

von C. Gallais und das Bois durgi von Latry ä. Cvmp.

Ganz interessant sind jene Abtheilungen der Ausstellung, welche Decorationsarbeiten

 enthalten; in diesen Dingen haben die Franzosen zu

allen Zeiten grosses Geschick gehabt. Wie sie alte Gobelins vortreiflich

herzustellen verstehen, so verwenden sie auch neue sehr gut und arbeiten

insbesondere in Beanvais auf diesem Felde vorzüglich.

Im Ganzen und Grossen kann man wohl sagen. dass die Ausstellung

 aufmunternd für alle jene ist, die sich für die Förderung der Kunst

in der Industrie interessiren. Es bestätigt sich auch diesmal, dass für

die Dauer nur das durchgreift, was eine solide Basis hat, sich mit emsterer

 Auffassung der Kunst. mit strengerer Wissensehaftlichkeit verträgt.

Die kunstgebildete Handarbeit trägt überall den Preis davon; die solide

Technik des Metallgusses und Metallschmiedens siegt über alle Ersatzmittel.

 Keine Maschine, keine technische Neuerung kann das dem Arbeiter

ersetzen, was ihm eine tüchtige Kunstbildung gewährt. Je mehr Ersatzmittel,

 sogenannte neue Erfindungen, auftauchen, desto mehr nützen sie sich

ab, desto schneller verfallen sie der Vergessenheit. In allen Zxeigen

der Kunstindustrie zeigt sich der grosse Vortheil der Specialschulen. Wir

hoffen auch in Oesterreich bald mit dieser Erkenntniss durchzudringen, und

speciell im österr. Museum hoffen wir, dass unsere Bemühungen Specialschulen

 in Gablonz, in den Porzellanbe-zirken Böhmens und im Grödener

Thale in Tirol zu gründen, von Erfolg begleitet sein werden. Nicht so

schnell scheint bei uns der technische Unterricht zu gedeihen, nicht

überall die Einsicht verbreitet zu sein, dass die Industrie Hand in Hand

mit der Wissenschaft gehen muss, wie es in Frankreich schon seit langer

Zeit der Fall ist.

Eine Reihe von ausgestellten Objecten hoEen wir im Museum zur

Ausstellung zu erhalten; wir werden dies in erster Linie den Bemühungen

 des Hofrathes Dr. W. v. Schwarz, Correspondenten des Museums,

zu verdanken kaben.

Ueber das Musee Oriental wäre eine eingehende Abhandlung zu

schreiben, wenn ein Specialkatalog vorhanden wäre. Da dieser aber gänzlich

 fehlt oder vielleicht erst am Schlusse der Ausstellung erscheint, so

müssen wir die Erörterung der Frage, was die Wissenschaft durch diese

Ausstellung gewinnt, den französischen Fachgelehrten überlassen. Die

trefflich geleitete Gazette des Beaux-Arts wird darüber gewiss eingehend

berichten.
            
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