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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 52)

rath und Möbeln wurde in einer den italienischen Intarsien in der Technik

völlig analogen Weise in diesen Gegenden im 16. und 17. Jahrhunderte

angefertigt, und gar ott erkennen wir an dem davon Erhaltenen Motive,

die deutlich an den italienischen Ursprung der ganzen Kunstweisegemahnen

Erst im 18. Jahrhunderte kam diese schöne Verzierungsart völlig ausser

Gebrauch, nachdem sie längst verwildert und denen, die sie ausübten, die

damit anzustrebenden Ziele nicht mehr klar bewusst waren. Unter den

Oberitalien angehörigen Meistern der Heiztechnik sind es besonders Fra

Ralfaello da. Brescia, Fra Gabriello da Verona, Sebastiano da Rovigo und

Damiano da Bergamo, die Leistungen einer Meisterschaft ersten Ranges in

Erfindung und Ausführung hervorgebracht haben. Ueber den Erstgenannten

. bringt eine neue Nummer der seit kurzem in Turin erscheinenden Zeitschrift

„L' Arte in Italia" eine Studie von Miehele Caffi, die wir in Nachstehendem

der Hauptsache nach unsern Lesern in Uehersetzung mittheilen.

„Ralfaello da Brescia, schon etwas wenn auch nur wenig bekannt, war

ein Klosterbruder vom Orden der Mönche vom Monte Oliveto. Geboren

im Jahre 1479 war er der Sohn eines Venetianer Soldaten Namens Marone.

und hiess mit seinem weltlichen Namen Roberto Marone. In seinem 22.

Jahre trat er in das Kloster San Nicole di Rodengo bei Brescia, wurde

aber schon wenige Monate später nach dem Stammkloster der Olivetaner

Mönche, nach Monte Oliveto Maggiore bei Brescia versetzt. Die Olivetaner

in den Venetianiscben Staaten, in deren Klöstern die Kunst seit jeher eine

Stätte der Pflege gefunden hatte, hatten die Fertigkeit eingelegte Holzarbeiten

 zu machen von Toscana überkommen. Besonders geschickt in Ausführung

 derartiger Werke war der Klosterbruder Giovanni da Verona, der

_der Lehrmeister des jungen Marone, der im Kloster den Namen Ratfaello

erhalten hatte, wurde.

Unser Ratfael da Breseia, selbst zu einem geschickten Arbeiter herangebildet,

 konnte seinem Meister an die Hand gehen bei der Ausl-"uhrung

der wunderbaren Intarsien im Obere der Kirche von Santa Maria degli

Orgaui in Verona, die auch Vasari so sehr entzückten. Von hier übersiedelte

 Ratihel im Jahre 1513 nach dem schönen Kloster San Michaele in

Bosco bei Bologna, we er lange blieb. Nicht unerwähnt können wir lassen,

dass er inzwischen, und wahrscheinlich durchjAnleitung des Fra. Giovanni,

auch ein tüchtiger} Architekt wurde, Zeugniss dafür der hohe und schlanke

Campanile, den man in jenem Kloster heute noch sieht. Der Bau selbst

wurde ausgeführt von Pedrino di Ccmo. Im Jahre 1520 sendete er von

da aus für die Kirche des Klosters von Monte Oliveto Maggiore ein herrliebes

 Singpult nach Siena, ein Werk, das von einem Bologneser Namens

Barnabas Ceveni für dort bestellt war. Es triigt die Aufschrift oben:

R. P. F. Barnaba Bononiensi abbate

Dignissimo Bononiae fabrecatum

MDXX
            
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