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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 53)

die aus ihm gebildeten Gesteine längere Zeit berührt. Dieser Einwirkung widersteht

 auf die Dauer fast keine Silicat-Gesteinssrt. Enthält, wie gewöhnlich, der

Thon Eisenoxyd, Kalk, Bittererde, Sandeinschlüsse u. s. w., so stammt er von

zusammengesetzten Gesteinen, den Graniten, Basalten, Griinsteinen vielleicht.

Häufig lässt sich aus diesen Nebenbestandtheilen auf das Urgesteiu zuriickschliessen,

aus dem er entstanden ist, selbst wenn dieses sich nicht mehr in der Nähe eines

Thonlagers befindet. Denn es ist anzunehmen, dass diese thonigen Zersetzungsmassen

 oft vom Orte ihrer Bildung weggeschwemmt und an tieferen Stellen in

Mulden und Tbalern wieder abgelagert worden sind.

Die Basalte und Dolerite geben meist plastischen Thon, Hypersthenfels und

Gsbbro geben Walkerde.

Den Ahschwemmungsprocess, die Bchliimmung des Thons, wobei mechanisch

das feine Schllmmsel von den schweren gröberen Bestandthsilen getrennt wurde,

verrathen die Schichten, die sich in Thonlagern meist so deutlich zeigen.

Sehr oh linden sich Thone und Braunkohlen zusammen, und die Braunkohlenlager,

 aus denen sich durch ihren Verwesungsprocess continuirlich Kohlensäure

 entwickelt, sind dann ohne Zweifel das Bewirkende für die Thonbildung

aus benachbarten Silicaten.

Der Eisengehalt ertheilt den Thonen meist ihre verschiedenen Farben, die

vom Gnucn bis ins Ockerfarbige gehen.

Stark eisenoxydhaltiger Thon heisst Lehm. Er ist geschlämmter, mit Sand

vermischter Thon. Der Sand ist jene quarsige Kieselsäure, die früher einen Gemengtheil

 der Gesteins bildete. Diese widersteht der Verwitterung am längsten,

die einzelnen Qusrzkörner werden durch die Verwitterung der anderen Bestandtheile,

 des Feldspaths, Glimmers, des Augits u. s. w. blossgelsgt und vertheilen

sich in der Vsrwitterungsmasse. Ist diese bis auf einen kleinen Rest von dem

Lande weggeschwemmt worden und dieser dann dem Druck einer iiberlagerten

Erdschichte ausgesetzt gewesen, so kann er durch diesen Rest zusammenkitten

und einen Sandstein geben.

Geriethen die weggeschwemmten Thonmassen in den kohlensauren Kalk und

mischten sich, so lange dieser noch weich und schlammig war, mit ihm, so entstanden

 die thonhaltigen kohlensauren Kalks, die so verbreitet sind.

_ Ich habe die Kalkbildung in der letzten Stunde näher besprochen und hervorgehoben,

 dass sie ein, von dem Augenblicke an sich nothwendig einstellender

Process war, wo das Meer organische Bildungen pflanzlicher und thierischer Art

su enthalten begann.

Durch alle sogen. Formationen hindurch findet man solche Kalkablagerungen

und beschreibt sie als Bergkalk, Muschelkalk, Kchlenkalk, Jura-, Lias-, Kreide-,

Nummulithem, Cerithienkalk u. s. w. und der Vorgang ihrer Bildung} war durch

alle Zeiten derselbe; ihre wechselnden Eigenschaften rühren nur von der wechselnden

 Beschatfsnheit der kalkbaueuden Thiere.

Von diesen reinen Meereskalken zu unterscheiden sind aber jene, die Verwitterungs-

 und Zersetsungsprodncte kalkhaltiger Gesteine sind. Kalke, welche

Einschlüsse enthalten, die im Meere nicht vorkommen können, Beirnischungen von

Silicaten, Feldspsth, Quarz, Idokras n. s. w., dann besonders Thonsilicaten.

Diese fremden Bestandtheile enthält das Meer tiir sich nicht, und sie können

nur als Schlamm durch die Flüsse, die diese Zersstzungsmassen von Festlandsbildungen

 fortspiilen, in den Schlamm gekommen sein.

Für manche Kalke sind sie besonders charakteristisch, so z. B. Sir die

Jurakalks, die dadurch ihre besondere Farbe, ihr eigenthümliches Korn, ihre

Schichtung in horizontaler Richtung erhalten.
            
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