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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 54)

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mental art" oder Waring in seinen „the arts connected with architectureß

einige Intarsien, letzterer sogar in kleinster und leider nicht correcter

Zeichnung in Farbendruck bringt, so ist ausser in diesen Werken nur

noch in Grunefs bereits citirter Monographie über den Mailänder Schrank

„lo scaEale" eine Beschreibung und Zeichnung und zwar nur über gemalte

 Intarsia-Imitation zu finden. Meine Arbeit stellt sich zur Aufgabe,

nach zwei Richtungen hin einem wahren Bedürfnisse abzuhelfen:

Erstens soll sie das Schönste und Hervorragenste an Intarsienornament,

 und zwar zum erstenmale in Zeichnung bekannt, dem Genusse und

Gebrauche allgemein zugänglich machen. Sie soll jedem Künstler, namentlich

aber dem Architekten, Musterzeiehner, dem Kunsttischler, Zimmermaler

und Decorateur, ein brauchbares Nachschlagewerk sein, denn eine Fülle

der schönsten und bestverwendbaren Motive wird darin geboten werden.

Dass es wünschenswerth ist, in unsere Holzarchitektur und speciell

Kunsttischlerei ein neues Element einzuführen - wer wollte es leugnen!

Leistet doch die heute geübte Boulearbeit nur ganz Unbefriedigendes, coutrastirt

 doch ihr unruhiges Ornament so sehr mit der ruhigen gedämpften

Wirkung einer italienischen Intarsia. Leider ist deren Anwendung momentan

 nicht in der Mode: Grund genug dafür, dass niemand den Versuch

macht sie anzuwenden. Und doch zeigten die wenigen in Paris im Jahre

1867 ausgestellten neuitalienischen Anwendungen derselben, was sie unter

dem Einilusse der alten Muster zu leisten im Stande ist. In Wien selbst

beginnt man erst in allerneuester Zeit den eingelegten Holzarbeiten im

Sinne des Cinquecento Aufmerksamkeit zu schenken und einige ganz

bewährte Kräfte sind in dieser Richtung derzeit thätig.

Eine solche Auffrischung unserer modernen Möbelindustrie durch

Anwendung der Intarsia ist um so erfreulicher und wiinschenswerther,

als mit ihr eine Reform des herrschenden Möbelstyles verbunden sein muss,

und nur reinere und edlere Typen desselben hiedurch gefördert werden

können.

In zweiter Linie soll die genannte Publication durch ihren Inhalt an

schönen Formen eine nicht minder wichtige Mission erfüllen, denn durch

sie soll eine Reihe treiflicher Zeichenvorlagen für den Unterricht geschaffen

 werden, ganz geeignet zur Verwendung in unseren Real- und

Gewerbeschulen.

Mit vollem Rechte wird der drückende Mangel an guten Vorlagen

für den Zeichenunterricht fort und fort beklagt, und ich selbst habe mehrfach

 denselben empfinden müssen. Mit Wort und Schriü habe ich auf die

allein richtige Trennung des Flächen- vom Reliefornamente beim Zeichenunterrichte

 hingewiesen, habe nothgedrungen umfassende Rundschau unter

den Lehrmitteln dieser Richtung gehalten und bin durch diese Publicntion

nun in der Lage selbst etwas beizutragen, um Abhilfe zu schaffen.
            
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