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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 58)

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eine sehr achtbare Vorhlüte der zu hoher Vollendung bestimmten Kunst.

Die Formen der hauptsächlich in kirchlichen Gefissen bestehenden Arbeiten

 sind einfach, noch wenig ornanientirt und verbleiben in dieser Weise

bis zur Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts. Hieher gehört der Kelch

in Klosdorf und jener in Hammersdorf mit Inschriften in reiner Mönchemajuskel,

 auch der kleinere der evangelischen Kirche in Heltau und der

von Michelsdorf tragen keinen andern Schmuck als diese Buchstaben.

Marktschelken besitzt ein sechsseitig prismatisches Ciborium mit gegliedertem

 Fuss und Deckel aus dieser frühern Periode; die zweite Hälfte

des vierzehnten Jahrhunderts zeigt demnach, übereinstimmend mit den

Schöpfungen der Baukunst, auch an den Gefassen noch romanische Form,

indem die oben stark geweitete Schale auf einem kurzen runden Fusse

ruht, eine anderorts zur Zeit dieses Styls allgemein vorkommende Gestalt.

Wie grcss die Thätigkeit der Siebenbürger Goldschmiede damals gewesen,

lehrt die auf uns gekommene Nachricht, dass Hermannstadt zu Ende des

Jahrhunderts in seiner Frauenkirche allein 21 Kelche bewahrte; auch

erscheint in Schässburg 1593 ein Nicclaus Anrifaber als Geschworner.

Unter den Kirchenschätzen werden Spangen, Borten und "geschmeidig"

Silber öfters angeliihrt; Das Munzwesen, worüber wir schon von 1158

Nachricht haben, stand immer in näherer Beziehung zu den Goldschmieden,

 1317 wird angeordnet, aus der feinen Mark 4 H. zu schlagen; andere

Erwähnungen sind von 1428 und später, am bedeutendsten erscheint

Simon, cusor Florenorum auri um 1450, welcher von Job. Hunyad 1451

den Metallzehent von Körösbanya in Pacht hatte. Auch von Goldschmieden

 selbst ist reiche und ruhmvolle Kunde überliefert, die Kirchen waren

voll von ihren Erzeugnissen, wie 1442 die genannte Herrnannstädter

Kirche 51 Kelche, darunter einen von reinem Gold, 9 Monstranzen,

3 Crucifixe etc. besass; offenbar ist dieser Blüte auch zuzuschreiben, dass

der Woywode Elias von der Moldau 1433 die zollfreie Einfuhr verarbeiteten

 Goldes und Silbers gestattete. Um diese Zeit arbeiten auch in der

Fremde, in Wien, ein Hans Siebenburg (1400-1425) und Thomas Siebenburg

 (1430-1441). Die spätere edlere Kelchform, welche bis zu

Anfang des sechszehnten Jahrhunderts herrschend auftritt, unterscheidet

sich am Becher wenig von der vorhergegangenen; Henkelkelche scheinen

hier nie in Gebrauch gewesen zu sein. Der Fuss wird zur meist sechstheiligen

 Rose, aus welcher sich rund oder polygon der Schaft erhebt.

Den Nodus schmücken Steine und Knöpfe, an der Cuppa bilden neben

Inschriften Ciselirungen, Filigran und seltene Gemmen die Decoration.

Salzburg besitzt einen besonders schönen dieser in mannigfachen Grössen

vorkommenden Kelche mit Email, ein wenig erhaltener Schmuck, welcher

 mir nur noch an dem herrlichsten Werke der sächsischen Goldschmiedekunst

 bekannt ist, dem Heltauer Cruciüx. Dieses mustergiltige

Werk, in Silber getrieben und vergoldet, hat eine vierblätterige, den Kelch-
            
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