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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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künstlerische, schönheitsgebildete Auge vermissen. Sie 
sind reizlos in der Form wie in ihrer coloristischen 
Erscheinung. Selbst die gemalten Blumen sind nicht 
ohne Harte und die Biscuitbüsten, wie gut sie auch 
sein mögen, lassen in ihrem Genre kalt und gleich 
gültig. Einige Speiseservice, weiss mit blauen Orna 
menten, machen guten Eindruck. 
Weit bedeutender erscheint in ihrer Ausstellung 
die Fabrik von RÖrstrand. Sie ist vielseitiger, neue 
rungslustiger und auch glücklicher in den Resultaten. 
Zwar vermögen uns die in ihrer Technik allerdings be 
wunderungswürdigen Biscuitarbeiten von durchbroche 
nen Körben und natürlichen Blumen, obwohl sie dies 
mal mit beweglichen Ketten, einem neuen Wunder, 
behängt sind, ästhetisch nicht zu entzücken, aber unter 
den Gegenständen, die dem eigentlichen Gebrauch ge 
widmet sind, gibt es viel Gutes und Ansprechendes, 
sowohl in Porzellan wie in Faiencen, Meissner und 
chinesische Imitationen, Nachbildungen der schwedi 
schen Faiencen des achtzehnten Jahrhunderts , ebenso 
modernes Thee- und Tischgeschirr mit zierlichen Or 
namenten. Als neu erscheint uns eine Reihe reizender 
schwarzer oder schwarzblauer Vasen und Gefässe mit 
sehr zarten weissen oder silbernen Ornamenten. 
Die wichtigste Neuerung der Fabrik von RÖr 
strand sind aber ihre grünlich-dunkeln Faiencen, die 
wie eine Erneuerung und Erweiterung der alten fran 
zösischen Palissy-Arbeiten aussehen. Es ist merkwür 
dig, was diese alten, eine Zeitlang fast verschollenen 
Schüsseln mit ihren Fischen, Krebsen und Salamandern, 
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