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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 59)

ist den Bestrebungen der k. Regierung ebenso freundlich entgegengekommen,

 als die Stadtvertretung von Hallein.

Anders ist es mit der Schule im Grödener Thale in Tirol. Seit

Jahren verhält sich der Landesausschuss, die Iiandesvertretung von Tirol,

allen Bestrebungen der k. Regierung zur Förderung der Industrie Tirols

gegenüber passiv und abwehrend. Es wird der Landesregierung in Tirol

wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich direct mit der Gemeinde des

Grödener Thales zu verständigen. Da. sie nicht mit leeren Händen kommt,

so ist zu erwarten, dass ihre Bestrebungen von Erfolg begleitet sein

werden.

Böhmen ist dasjenige Kronlund, das Specialschulen, welche ihren

Sitz im Centrum der betreffenden Industriezweige haben, am meisten

bedarf. Heide. ist einer der Mittelpunkte für die Hausindustrie, der

Glasrafneure; Gsblonz für Quincaillerie. Die Schule in Haida soll,

ähnlich der Schule in Steinschönau, eine Zeichenschule werden; in Grublonz

 wird ausser Zeichnen auch Chemie gelehrt werden. Für Gablonz

und Heide sind aus dem Staatsfonde nicht unbedeutende Mittel zur Verfügung

 gestellt worden. Wir dürfen erwarten, dass die Behörden, welche

mit der Durchführung der Massregeln betraut sind, es an jener Energie

nicht werden fehlen lassen, welche rasche und dauernde Erfolge sichert.

Der Reichenberger Webereischule, die sich eines guten und verdienten

Rufes erfreut, wurden Mittel zum Ankauf von Maschinen zur Verfügung gestellt.

 Die Industriezweige des Aschergebietes liegen unseren Bestrebungen

etwas ferner; mit besonderer Genugthuung verzeichnen wir die Unterstützung,

welche dem Centralausschusse des Bielitz-Binler Gewerbevereines zur

Sicherung des Bestandes der dortigen Webeschule und Erweiterung derselben

 durch Errichtung einer Zeichen- und Fortbildungsschule aus der

dem Handelsministerium für Förderung des gewerblichen Unterrichtes

zur Verfügung stehenden Dotation zugewendet wurde. Sie beträgt 200011.

Es sind ganz tüchtige und strebsame Männer in Bielitz-Biala, welche

sich die Förderung der Webeindustrie angelegen sein lassen. Fügen wir

noch hinzu, dass von Seite des Handelsministeriums aus dem ebengenannten

 Fonde der Handelskammer zu Eger eine nicht unbedeutende Dotation

 zur Anschaffung von Lehrmitteln für den Zeichenunterricht (für

Gypsgiisse des Museums) zur Verfügung gestellt und für Stipendien zum

Besuche der Kunstgewerbeschule des Museums, die ausschlieslich den

Kronländern zu Gute kommen, gestiftet werden, so kann man sich der

Ueberzeugung nicht verschliessen, dass es der österreichischen Regierung

mit Förderung der vaterländischen Kunstindustrie Ernst ist.

Auf einem ganz anderen Gebiete bewegt sich die schwarzeStiftung,

 deren Verwaltung die niederösterreichische Handelskammer übernommen

 hat. Dieselbe ist bekanntlich vom Hofrsthe Baron W. Schwarzw

Senborn begründet und kommt in diesem Jahre zum ersten Male in Ver-
            
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