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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 59)

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Nicht weniger massenhaft, als die Erzeugung der ägyptischen Goldfaden

 war auch die der Stoffe in Kairo und Alexan drien. In beiden

Städten befanden sich Stoifmanufacturen; doch war die der letztern

Stadt, als monopolisirtes mamlükisches Krongut, weit berühmter und

grösser denn jene von Kairo. Schon im V11. und VIlI. Jahrhundert galt

Alexandrien als ein hervorragender vielhesuchter Stapelplatz iiir SeidenstoEe,

 und die „panna Alezandrina" fanden im Mittelalter die weiteste

Verbreitung (Bock, I. 29 f.). Auch noch im XIV. Jahrhundert behauptete

Alexandrien diesen Ruf, denn fast immer werden die in den muhammedanisehen

 Quellen jener Zeit besprochenen prächtigen Seidenstoife als aus

der Alexandriner Fabrik kommend bezeichnet.

Diese mit dem Namen Där et-tiräz benannte, dem gleichnamigen

normannischen Institut in Palermo und dem Fmnuxstov (Gynaeceum)

der byzantinischen Kaiser entsprechende, sultänische Stolfmanufactur

verfertigte, wie Abü-l-fedä (Annales, V. 376) zum Jahre 1328 berichtet,

die kostbarsten Gewebe fiir das Eigenthum des Sultans Nasir-ed-din

Muhammed (li-l-chäss eseh-scheüf), wessbalb auch auf unserm, demselben

Blürsten angehörenden Danziger Praehtgewebe der Titel und Name des

Fabriksherrn mit der Besitzformel: „Unserem Herrn dem Sultan

. . . . .. zugehörig" eingeleitet wird. -

Ich gehe nun zu den unter Nr. 2 und_3 beschriebenen gestreiRen

Seidengeweben über.

Die Muslimen hatten von jeher Vorliebe für buntgestreiße Steife.

Dies geht auch schon daraus hervor, dass die arabische Literatur dem

berühmten Grammatiker el-Mubarred (1- 898 n. Chr.) ein eigenes Buch

über gestreifte Zeuge verdankt. Die vorzüglichsten derselben kamen aus

Jemen, dem sogenannten glücklichen Arabien, und ein aus solchem Zeuge

verfertigtes sehr gebräuchliches Oberkleid, ein weiter Mantel (nicht der

Stoß allein, wie bei Bock, I. 19) heisst hibam oder] burd, der Stoß"

mit eingewebten Streifen aber wird rakm (davon das italienische ricämo)

genannt.

Die gestreiften Steife führten indess auch noch andere Namen, welche

sich nach den verschiedenen einzelnen Merkmalen in den Dessins ausbildeten

 und als termini techniei in der arabischen Sprachd einbürgerten 5').

Ein Beispiel dafür haben wir eben auch mit den hier zu besprechenden

Stoffen, die uns zugleich zur Beseitigung eines philologischen Bedenkens

verhelfen.

i') Ein Gleiches gilt auch von den Muaternngen nichtgestreiher Steife. So bezeichnet

beispielsweise gnulhäijnr", d. h. ngevogalt", ein Gewand, welches mit Vogelbildem Egmrirt

ist. Analogien hierzu bieten uns die occideutaliachen StoE- und Gewäudernamen: uala

urica leanuio, Ad] ergewmd, Pfaueugewmd u. s. w. Vergl. Bock, L 11.
            
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