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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 60)

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Die Eolzsohnitzereisohule in Hallein.

In der Sitzung des Salzburger Landtag-es am 29. August erstattete Herr Landes-Ausschuss

 Kofler über den Stand der Angelegenheit der Errichtung einer Holzschnitzereischule

 in Hallein Bericht.

Se. k. k. Apostel. Majestät gerubten mit Allerh. Entschliessung vom 12. März d. J.

allergnädigst zu genehmigen, dass zur Errichtung einer Holzsehmtzereischule in Hallein

nach dem Muster der in Berchtesgaden bestehenden Anstalt ein Beitrag von 2500 d. ö. W.

aus Staatsmitteln. gewidmet werden dürfe, und obwohl dieser Beitrag laut Erlass des k. k.

Handelsministeriums vom 4. April 1870 als Ergänzung der von Seite des Salzburger Landtages

 und der Gemeinde Halleiu zur Errichtung der genannten Schule übernommenen

Leistungen mit der Bestimmung üüssig genmcht wurde, dass hievon durch einen Zeitraum

von fünf Jahren die Besoldung des Lehrers mit dem Jahresbstrage pr. 500 H. zu bestreiten

 ist, so wurde doch dieser Betrag nicht sogleich hiezu verwendet, weil durch die

neuerlichen Verhandlungen und Erhebungen und durch die Berichte der Haudels- und

Gewerbaksmmer von Salzburg der Umstand constatirt wurde, dass bei einem Gehalts von

nur 500 ü. eine solche künstlerische Lehrkraft nicht gewonnen werden könne, wie sie

zum lnsiebenrufen und zur Einrichtung dieser so nützlichen Schule und zur Ertheilung

des Unterrichts in derselben uöthig ist.

Die Handels- und Gewerhekammer hat in ihrem unterm 12. Mai d. J. an die k. k.

Regierung erstatteten Berichte den Gehalt per 500 fl direct als zu gering bezeichnet, und

bei der grossen Schwierigkeit, ja voraussichtlichen Unmöglichkeit, wegen zu geringer Dos

tirung dieses Postens eine vollkommen entsprechende Lehrkraft zu gewinnen, den Antrag

auf Erhöhung des Gehaltes auf 800 d. gestellt.

Die k. k. Landesregierung, welche sich im mündlichen Wege mit dem Landes-Ausschusse

 in's Einvernehmen setzte, hat auch über Zustimmung des letzteren diesen

Vorschlag beim k. k. Handelsministerium angelegentlichst unterstützt, welches Ministerium

unterm M. Mai d. J. eriidnete, dass es, um die baldige Activirung der Holzschnitzereischule

 in Hallein zu ermöglichen, keinen Anstand nehme, zu gestatten, dass die zur Errichtung

 dieser Schule allerhöchst bewilligte Dotation von 2500 d. zur Besoldung eines

Fachlehrers mit dem jährlichen Gshalte von 800 tl. ö. W. für die Dauer von drei Jahren,

und der noch erübrigeude liest von 100 d. für die Zwecke der Schule verwendet werde;

schliesslich erklärte sich das k. k. Ministerium gerne bereit, die Gewährung einer ferneren

Subvention Eir die erwähnte Fachschule je nach den nachgewiesenen Erfolgen und nach

Massgabe der dem Handelsministerium zur Verfügung stehenden Mittel seinerzeit zu bofürwortsn.



Es wurde in Folge dessen ein Coucurs für die Stelle eines Fachlehrers bei der

fraglichen Holzschnitzereischule ausgeschrieben, und da der Concurstermin mit Ende Juli

abgelaufen ist, so dürfte die Besetzung dieser Lehrerstelle näehstens vorgenommen werden

und ist daher die erfreuliche Aussicht vorhanden, dass diese Anstalt bis October d. J.

arößiet werden könne.

Der Landes-Ausschuss beantragt:

l. Der h. Landtag wolle diesen Bericht zur Wissenschaft nehmen und baschliesseu:

Es sei eine Petition an das k. k. Handelsministerium zu richten und dasselbe zu

ersuchen, jetzt schon die Zusicherung der Staatssuhvention mit jährlichen 80.) ü. für den

anzustellenden Lehrer für das 4. und 5. Jahr nach Eröduung dieser Schule auszusprechen.

2. Der Landes-Ausschuss werde mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt.

Beine Durchlaucht der Herr Landnspriisident theilt umständlich die Schritte mit,

welche seinerseits zum Zwecke der Activirung der Hallcinei" Holzschnitzereischule unternommen

 wurden, und gibt bekannt, dass in Folge der Concursausschreibung sich sehr

tüchtige Candidaten gemeldet haben. Der Besetzungsvorschlag ist an das hohe Handelsministerium

 bereits erstattet und ist die Erledigung hierüber täglich zu erwarten.

Herr Abg. Gschnitzer dankt als Präsident der Handela- und Gewerbekammsr

 Sr. Durch]. dem Herrn Lsudespräsidenten und der Direction

des Oesterr. Museums für Kunst und Industrie für ihre wesentliche U11-terstiitzung

 des Zustandekommen der fraglichen Anstalt und unterstützt

den Ausschussantreg.

Auch Herr Dechant Lienbacher spricht zu Gunsten des Ausschussantrages, welcher

 nach dem Schlussworte des Befichtcrstuiters zum Beschlüsse erhoben wird.

(Selzb. Ztg.)
            
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