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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 71)

5621

Da die Salzglasur immer einen durchsichtigen farblosen Glasilberzug

liefert, so behält die Waare natürlich ihre ursprüngliche Farbe.

Sollen aber Ziegel farbig glasirt werden, so muss man wieder zu

einer Bleiglasur greifen, der man färbende Metalloxyde zusetzt.

Von einer Ziegelglasur wird eine Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit

 verlangt, die die Glasuren anderer Thonwaaren nicht besitzen

und auch nicht zu besitzen brauchen.

Es ist leider eine nicht ungerechtfertigte Klage unserer Architekten,

dass farbig glasirte Ziegel, die ein so reizendes Ornament bilden, noch

nicht wieder von jener Güte und Verlässlichkeit hergestellt werden, wie

ehedem. Indessen ist man eifrig darüber aus, diese Kunst des Mittelalters

sich wieder anzueignen.

Gerade bei den Ziegeln sind die Schwierigkeiten, die zu überwinden

sind, am grüssten, denn sie sind so unausgesetzt mechanischen und chemischen

 zerstörenden Einflüssen unterworfen, wie keine andere Thouwaare.

Dazu kommt, dass gerade die Ziegelerde, die unreinste Thonsorte, am

schwierigsten die Bedingung erfüllt, sich mit der Glasur so innig zu verbinden,

 dass nicht Risse und blnsige oder blätterige Stellen entstehen.

Bei leichtiliissiger Glasur bleibt der Ziegel beim Brennen ungar;

bei strengflüssiger schmilzt vielleicht die Thonmasse mit.

Ausschliessliche Bleiglasuren sind darum von vornherein nicht zu

brauchen; um sie strengflüssiger und auch weniger verwitterter zu machen,

gibt man Zuthaten von Braunstein (Mangansuperoxyd) mit Kiesel oder

Sand, die damit zu Silicaten verschmelzen, deren Brauchbarkeit nicht

theoretisch vorherbestimmbar, sondern einzig durch langes Probiren ermittelbar

 ist.

Wo es nicht auf die Schönheit der Farbe zugleich ankommt, kann

man sich statt der eisenhaltigen schlackenähnlicher Glasuren bedienen,

die man, wie ich früher erwähnte, auch für andere Töpferwaaren oft

schon vorgeschlagen hat.

Salzglasuren sind durchgängig weniger wetterbeständig als andere,

schon darum, weil die Glasurschichte nach dieser Methode immer nur

sehr dünn ausfällt.

Für einfarbig, dunkelbraun oder schwarz zu glasirende Waare nimmt man ein Gemisch

 von Bleigliitte (20), Braunstein (3) und Thonscblempe, dem man eine Consistenz

gibt, dass eine Thonkugel darin schwimmt. Eine Zuthat von l'[,-2"j„ Kupferoxyd macht

die Glasur schwarz. Die rohen Ziegel werden mit der diinnbreiigcn Masse begossen, getrocknet

 und gebrannt.

Die Masse für farbige Glasuren, die man mit dem Pinsel aufträgt, besteht aus etwa

16 Bleioxyd (Glätte), 3-5 Quarzsand, 4 Thon, 2 Kochsalz, 3-4 Glas und manchmal

einem kleinen Zusatz von Salpeter (1).

Die weisse oder Emailfarbe wird hervorgebracht durch Zinnoxyd,

die gelbe durch Antimouoxyd, die grüne durch Kupieroxyd, die rothe

durch Kupferoxydul, die blaue durch Kobaltoxyd, die violette durch

Braunstein.
            
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