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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 78)

Die Aufstellung der Sammlungen das Museums.

Die Räume des Oesterr. Museums, in denen sich die glänzende Ausstellung

 österreichischer Kunstgewerbe befand, sind verwaist und sehen,

da alle Arten von Restaurationen und Nachbesserungen vorgenommen

werden, ziemlich trostlos aus. Hoffentlich werden in wenigen Wochen

die meisten Säle wieder in einem Zustande sein, um die Aufstellung der

Sammlungen des Museums vornehmen und dieselben dem Publicum wieder

zugänglich machen zu können. Diese Zwischenpause benützen wir dazu,

unseren Leserkreis über die künftige Aufstellung und die Grundsätze zu

orientiren, welche bei derselben festgehalten werden.

Beginnen wir mit dem ersten Stockwerke; dort ist die Reorganisation

 am weitesten vorgeschritten. Die Bibliothek und die Kupferstichsarnmlung

 ist bereits geordnet und seit Beginn des Februar der

Benutzung übergeben worden.

Der Vorlesesaal ist von Ausstellungsobjecten vollständig geräumt;

die Sonntagsvorlesungen werden in demselben bereits abgehalten. Vom

nächsten Herbste werden auch grössere Cyclen von Vorlesungen, insbesondere

 aus dem Kreise jener Gegenstände, welche das Statut der Kunstgewerbeschule

  9b) als besonders wünschenswerth bezeichnet und welche

bisher wegen Mangel eines besonderen Vorlesesaales nicht in's Leben gerufen

 werden konnten, abgehalten werden.

Die Arcadengalerie wurde zur Aufstellung einer kleinen Collection

von Candelabern, Vasen, Capitälen, Trapezophoren u. a. m.

benützt. Die Erweiterung dieser Sammlung liegt im besonderen Interesse

sowohl des Museums -wie auch der Kunstgewerbeschule. '

Den Raum, in welchem die Ausstellung der Photographien stattfand,

wird eine permanente Ausstellung der reproducirenden zeichnenden

 Künste einnehmen; das Programm derselben theilen wir weiter

unten in diesem Blatte mit. Diese Ausstellung soll nicht blos das Interesse

 für das Gesammtgebiet der reproducirenden zeichnenden Künste wach

erhalten, sondern auch das Publicum mit der Geschichte und der Technik

dieser Kunstzweige durch einen permanenten Anschauungsunterricht vertraut

 machen.

ln den eigentlichen Museumsräumen im Parterregeschosse befinden

sich ausser dem Arcadenhofe acht Ausstellungssäle. Der Arcadenhof und

zwei Ausstellungssäle haben Oberlicht, die anderen ein so vortrefflich angebrachtes

 Seitenlicht, dass es im Museum dunkle oder schlecht beleuchtete

 Räume nicht gibt.

Der grosse Arcadenhof wird zur Aufstellung plastischer Werke

älterer wie neuerer Zeit von grösseren Dimensionen benützt. Es befinden

sich hier schon jetzt ausser zwei Gruppen J. Schilling's Gypsglisse

einiger antiker Statuen (des Sophokles, des Apollo vom Belvedere etc.),

die geeignet sind, anregend und bildend auf Künstler und Kunsthandwerker

 zu wirken.
            
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