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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 79)

sind, wenn das deutsche Volk das erfüllen will, was die anderen Völker

nach dem Grossen, was geschehen, von ihm erwarten.

nWerfen wir einen kurzen Blick zurück auf die Resultate der ver-Hossenen

 fünfzig Lebensjahre der Anstalt, so erfüllt es uns mit gereehtem

Stolze, dass aus diesem Institute gegen 3500 ausgebildete Techniker in

das Land hinausgezogen sind, um in Hunderten von industriellen Anlagen

als Leiter und Förderer deutscher Arbeitskraft zu wirken. Auch im unmittelbaren

 Dienst des Vaterlandes hat die Gewerbe-Akademie sich zu bewähren

 gehabt: über 60 Ofliciere des Heeres haben sich hier technische

Kenntnisse erworben, welche sie in der Verbesserung der preussischen

Walien mit uns allen bekanntem Erfolge zu verwerthen gewusst haben.

_Thätigen Antheil am Kampfe haben die activen Studirenden der Anstalt

im letzten Kriege in bedeutendem Masse gehabt. Es sind im Ganzen 20x

Gewerbe-Akademiker in's Feld gezogen; 23 von diesen haben den Heldentod

 für's Vaterland! erlitten, 18 unter den Zurückgekehrten tragen das

eiserne Kreuznt

Neue Erwerbungen.

Unter den, neuesten Datums erworbenen Gegenständen unserer

Sammlungen nennen wir vor allem ein interessantes antikes Thongefäss,

welches riin Unteritalien gefunden wurde, angeblich syraktisanischen Ursprunges.

 Es ist eines von jenen Gefässen kleinerer Art, welche Panofka

und Gerhard Lepaste, die Italiener gewöhnlich palera con maniche

nennen, denn es hat die Form einer niederen Schale auf niederem, ringartig

 angefiigtem Fusse und zwei Henkel. Die Farbe des schön blassröthv

lichen Materials kommt nur an der Unterseite, an der Fussfläche und den

eingepressten Stellen zum Vorschein, die ganze innere und äussere Oberfläche

 bedeckt ein glänzendes tiefes Schwarz. Der ornamentale Schmuck

an diesem Gefässe besteht in eingepressten Verzierungen, welche in einfachen

 Motiven von Kreisen und Palmetten den Omphalos umkränzen.

Dieser selbst zeigt das Medaillonbild eines sehr schönen ganz im Profil

zu sehenden Kopfes, welcher in erhabenem Relief in die Thonmasse gedrückt

 wurde. Es ist ein jugendliches Gesicht mit weichem Gelock, in

dem Ohre hängt ein Ohrgehänge mit drei Tintinnabulen.

l Hieran reiht sich eine Poterie der Renaissance, ein fruchtschalenartiges

 Gefäss, sog. Cupa anzatoriu, mit einem Frauenbrustbilde. Die ganze

Coupe ist mit dem_bekannten satten Ockerbraun der Pesareser Mezza-Majoliken

 in einfachen Ornamenten decorirt. D__as Frauenbild interessirt

durch die Tracht, vor dem Antlitze sprosst eine Blume mit drei Kelchen

empor, das Medaillen umschliesst ein sternförmiges Ornament; alle gelben

Partien des Gefässes, dessen übriger Grund weiss gelassen ist, haben

einen schönen opalisirenclen Schimmer, einzelne Details sind in blauer

Farbe gegeben. Von einer Anzahl deutscher und holländischer Thonar-
            
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