sind, wenn das deutsche Volk das erfüllen will, was die anderen Völker
nach dem Grossen, was geschehen, von ihm erwarten.
nWerfen wir einen kurzen Blick zurück auf die Resultate der ver-Hossenen
fünfzig Lebensjahre der Anstalt, so erfüllt es uns mit gereehtem
Stolze, dass aus diesem Institute gegen 3500 ausgebildete Techniker in
das Land hinausgezogen sind, um in Hunderten von industriellen Anlagen
als Leiter und Förderer deutscher Arbeitskraft zu wirken. Auch im unmittelbaren
Dienst des Vaterlandes hat die Gewerbe-Akademie sich zu bewähren
gehabt: über 60 Ofliciere des Heeres haben sich hier technische
Kenntnisse erworben, welche sie in der Verbesserung der preussischen
Walien mit uns allen bekanntem Erfolge zu verwerthen gewusst haben.
_Thätigen Antheil am Kampfe haben die activen Studirenden der Anstalt
im letzten Kriege in bedeutendem Masse gehabt. Es sind im Ganzen 20x
Gewerbe-Akademiker in's Feld gezogen; 23 von diesen haben den Heldentod
für's Vaterland! erlitten, 18 unter den Zurückgekehrten tragen das
eiserne Kreuznt
Neue Erwerbungen.
Unter den, neuesten Datums erworbenen Gegenständen unserer
Sammlungen nennen wir vor allem ein interessantes antikes Thongefäss,
welches riin Unteritalien gefunden wurde, angeblich syraktisanischen Ursprunges.
Es ist eines von jenen Gefässen kleinerer Art, welche Panofka
und Gerhard Lepaste, die Italiener gewöhnlich palera con maniche
nennen, denn es hat die Form einer niederen Schale auf niederem, ringartig
angefiigtem Fusse und zwei Henkel. Die Farbe des schön blassröthv
lichen Materials kommt nur an der Unterseite, an der Fussfläche und den
eingepressten Stellen zum Vorschein, die ganze innere und äussere Oberfläche
bedeckt ein glänzendes tiefes Schwarz. Der ornamentale Schmuck
an diesem Gefässe besteht in eingepressten Verzierungen, welche in einfachen
Motiven von Kreisen und Palmetten den Omphalos umkränzen.
Dieser selbst zeigt das Medaillonbild eines sehr schönen ganz im Profil
zu sehenden Kopfes, welcher in erhabenem Relief in die Thonmasse gedrückt
wurde. Es ist ein jugendliches Gesicht mit weichem Gelock, in
dem Ohre hängt ein Ohrgehänge mit drei Tintinnabulen.
l Hieran reiht sich eine Poterie der Renaissance, ein fruchtschalenartiges
Gefäss, sog. Cupa anzatoriu, mit einem Frauenbrustbilde. Die ganze
Coupe ist mit dem_bekannten satten Ockerbraun der Pesareser Mezza-Majoliken
in einfachen Ornamenten decorirt. D__as Frauenbild interessirt
durch die Tracht, vor dem Antlitze sprosst eine Blume mit drei Kelchen
empor, das Medaillen umschliesst ein sternförmiges Ornament; alle gelben
Partien des Gefässes, dessen übriger Grund weiss gelassen ist, haben
einen schönen opalisirenclen Schimmer, einzelne Details sind in blauer
Farbe gegeben. Von einer Anzahl deutscher und holländischer Thonar-