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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 86)

Miüllßilllllllßll des k. k. lleslerreiuh. Musßums

KUNST UND INDUSTRIE.

(Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.)

Am x. eines jeden Monats erscheint eine Nummer. -- Abonnementspreis per Jahr H. 3.'-Redacteur

 Bruno Sucher. Expedition von C. Geruldir Sohn.

M111 abonnirt im Museum, bei Gerold 81 Comp., durch die Postanstalten, sowie durch

alle Buch- und Kunsthandlungen.

Nr. 86. i WIEN, 1. Novsunnn 1872. VII, Jahrg.

Inhnlt: Die Thonwnarenfabrication der Athener. - Die Hausindustrie der Stickerinnen im liregenzer-Walde.

 - Wiener Weltausstellung. - Gewerheschule in Gnz. - Programm der Zeichen- und

Webschule zu jlumburg ru- du SChlllilhf 1271-73. - Bücher-Revue. - Journal-Revue. -

Kleinere Mmheilungen. - Beilage; Fortsetzung den Bibliotheksknlnloges.

Die Thonwaarenfabrication der Athener.

Zwei Vorlesungen, im Oesterr. Museum gehalten von Prof. K. v. Lntzow.

I.

l-lochgeehrte Versammlung!

lm Anschluss an die Vorlesungen meines verehrten Collagen Hlasiwetz

 (s. Mittheil. 1871, S. 410 E.) ist mir die Aufgabe gestellt, Ihnen

aus dem weiten Gebiet der Keramik, dessen chemische Grundlagen Sie

neulich kennen gelernt haben, nun einzelne, freilich hochbedeutende Erscheinungen

 vor Augen zu führen: nämlich die Thonwaarenfabrication

 des alten Atheins, und zwar speciell die Fabrication von bemaltem

 Thongeschirr, welches einer der Hauptausfuhrartikel der Stadt

des Perikles war und auch jetzt noch auf den weit entlegenen Denkmälerstätten

 der alten Welt einen der zahlreichsten und besterhaltenen

Fundgegenstände bildet.

Denn um einen immer noch weit verbreiteten Irrthum hier gleich

kurz abzuweiseu: die Bezeichnung rEtrurische Vasenu, unter welcher diese

bemalten Thongefässe im Antikenhandel zu gehen pflegen, hat mit dem

wirklichen Ursprung derselben nichts zu schaEen. Der Irrthum findet

seine Erklärung in dem Umstande, dass im vorigen Jahrhundert, als diese

Vasen zuerst in umfassender Weise Gegenstand gelehrter Untersuchungen

wurden, gerade der Boden Etruriens besonders reich an solchen Vasenfunden

 war und dass damals das alte Kunstvolk der Etrusker, das in

anderen Zweigen der Thonarbeiten sich auszeichnete, einen besonderen

Lieblingsgegenstand der Alterthumsforschungvbildete.

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