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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 3)

nach den Kronlandern geordneten Kunsttopographte des ÄIISBFSIEEKCS zur besonderen Autgabe

 gemacht und ist die Losung dieser Aufgabe, wenigstens für einige Kronlander, in

nächster Zeit zu gewärtigen.

Als ein neuer Beitrag zu einem dereinstigen Generalinventar der Kunstdenkmale

Deutschlands fügt sich der vor Kurzem erschienene erste Band der Beschreibung der Kunstdenkmaler

 im Großherzogthutne Hessen in die Reihe der oben genannten kunsttopographischen

 Arbeiten würdig ein. Im Auftrage des Grol herzogs sollen alle im hessischen

Staatsgebiete vorhandenen Denkmäler der Kunst und des Kunstgewerbes, von der ältesten

Zeit bis zum Schlusse des 18. Jahrh" ob nun dieselben in öffentlichem oder im Privatbesitze

 sich befinden, zur übersichtlichen Beschreibung und theilweise bildlichen Darstellung

 gelangen. Jeder der achtzehn Kreise des Großherzogthums wird als ein besonderer

 Theil selbständig bearbeitet werden. Der Anfang wurde mit der Beschreibung

der Kunstschatze im Kreise OHenbach (Provinz Starkenburg) gemacht. Und eine Uebersicht

 der vielen Denkmale dieses Kreises, der zahlreichen Lebensaußerungen einer

daselbst bis in die Rbmertage zurückgehenden, im 17. und 18. Jahrh. besonders auf dem

Gebiete der Architektur außerordentlich regen künstlerischen Thätigkeit, beansprucht

unser volles Interesse. In Seligenstadt allein ist z. B. jede Epoche im Entwickelungsgange

der Baukunst vertreten. Neben vielen anderen Alterthumern aus römischer Zeit, Votivaltaren,

 lnschriftsteinen, Waffen, Münzen etc., wurden dort auch die ansehnlichen Substructionen

 und Thermaleinrichtungen eines grolTen römischen Castells aufgedeckt; zur Zeit

der Karolinger erstand dort die von Einhard und Imma gegründete, in einzelnen Theilen

noch erhaltene Basilika der Heiligen Peter und Marcellin; Bauwerke des romanischen und

gothischen Styls, wie das Palatium der Hohenstaufen, folgten; der stattliche Steinheimer

Thorthurm zeigt die Kunstforrnen der Renaissance, die Gebäudegruppe der ehemaligen

Benedictinerabtei diejenigen fdes Barock und Rococo. Den Denkmalen in Seligenstadt

und unter diesen wieder der ausführlichen Beschreibung der Einhardbasilika, ist auch

der relativ größte Theil (65 Seiten) des vorliegenden Bandes gewidmet. Eingehender

behandelt ist ferner noch das bereits von Manchot aufgenommene und in Försters Bauzeitung

 publicirte Schloss der lsenburger, ein prächtiges, durch Reinhard und Philipp von

Isenburg erbautes und im Jahre 1573 vollendetes Denkmal der Renaissance in Deutschland.

 Der in alphabetischer Reihe der Oertlichkeiten folgenden Inventarisirung der Denkmale

 gehen bei jedem Orte kurze geschichtlich-topographische Erläuterungen voraus.

Darauf werden die einzelnen Monumente möglichst ausführlich beschrieben und zwar

zuerst die Werke der kirchlichen und Profanarchitektur, dann die Denkmale der Sculptur

und Malerei und schließlich die beachtenswerthesten älteren Erzeugnisse des Kunstgewerbes.

Gefäße, Gerathe. Paramente, Eisenschmiedearbeiten, Glocken, Siegel, Münzen etc.; auch

gegenwärtig nicht mehr existirende, ehemals bedeutende Monumente finden Erwähnung

und am Schlusse eines jeden Ortsinventars ist die Ortsliteratur angegeben. Der Anhang

enthalt eine chronologische Uebersicht der im Kreise Offenbach vorhandenen, vor dem

I9. Jahrhundert gegossenen Kirchenglocken, 33 an der Zahl, mit Angabe von Meister,

Gussnrt und Jahr. Die älteste dieser Glocken ist aus dem Jahre 1296, die jüngste von

1790; 12 darunter wurden durch die Schneidewind zu Frankfurt a. M. gegossen. -

69 Abbildungen im Text und I4 Tafeln illustriren in treßlicher Weise die sehr dankenswerthe

 Uebersicht der Kunstschatze des Kreisgebietes Offenbach. R-r.

i

(Notiz) Von Falke's nAesthetik des Kunstgewerbes: ist nun auch eine

schwedische Uebersetzung im Verlage der Hoibuchhandlung C. E. Fritze in Stockholm

 erschienen. Die Uebersetzung hat der bekannte schwedische Kunstschriftsteller

G. Upmark, Intendant des Nationalmuseums in Stockholm, verfasst. Den Illustrationen

des Originales sind H1 dieser Ausgabe einige Abbildungen von Gegenständen und Ornamenten

 altnordischen Ursprunges hinzugefügt.
            
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