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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 5)

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von gar so eifrigen Nachforschungen auf bezeichneten: Gebiete wenig zu

vermelden. Der Verfasser wird doch trockene, katalogmäßige Verzeichnisse

von Gobelins mit spärlichen Erklärungen der Marken, ohne alle historische

 Untersuchungen über Provenienzen etc., nicht in die Kategorie der

eifrigen Studien rechnen wollen? Was den Werth der Gobelins für die

Kunstgeschichte betrifft, so ist es auch nicht richtig, dass sich win ihnen

allein Compositionen alter Meister in treuer Nachbildung erhalten haben,

deren Cartons längst verschwunden sindu, denn ganz dasselbe ist ja

auch bei jedem Glasgemälde und jedem Fresco der Fall. Endlich klingt

die Einleitung in den Satz aus, dass eine archivalische Veröffentlichung

über die Trienter Tapeten von den Forschern in diesem Zweige gewiss

freudig begrüßt werden dürfte, worauf Männiglich vermeint, der Autor

werde sie im Verlaufe seiner Arbeit bringen, aber es ist davon nichts

wahrzunehmen.

Er liefert nur eine sehr knappe, gegenständliche Beschreibung der Teppiche,

 bezeichnet sie als Haute-lisse-Tapeten eines flandrischen, hochbegabten

Meisters aus den ersten Decennien des XVI. Jahrhunderts, constatirt den

ausgesprochenen Renaissancetypus (dem übrigens, in manchen Figuren

noch ein starkes lngrediens van Eyck'schei' Stylweise beigemengt erscheint!)

und bringt dann einige historische Notizen. Letzteren zufolge werden die

sieben Teppiche: l. Maria, vor dem Kinde knieend; 2. die Fußwaschung;

3. Christus vor Kaiphas; 4. vor Pilatus; 5. Kreuztragung; 6. Kreuzabnahme;

 7. Auferstehung, zuerst 1536 als im Castell von Trient, del Buon

Consiglio, vorhanden in dem Gedichte des Arztes Pier Andrea Mattioli

erwähnt, welches drei Jahre später in Venedig erschien. Sie sind da

genannt setti gran pezzi di tappezzeria - di seta - e d'oro puro. Tessuti

in fiandra con gran maestria. Ihre Sujets sind die Ereignisse aus der

Passion des Herrn. Weiters tauchen sie 1673 in der Capelle des heil.

Sebastian im Schlosse auf. Das sind sämmtliche historische Nachrichten

über die Sache, denen ferner nur noch werthlose Notizen aus Büchern des

laufenden Jahrhunderts, z. B. Reiseführern u. dergL, beigefügt werden.

Indem wir somit der uarchivalischcn Veröffentlichunga des Weiteren

entgegensehen, wollen wir nur einer Beobachtung gedenken, die wir bei

der Besichtigung der wunderbaren Arazzi im Jahre 1885 machten.

Auf dem siebenten (also letzten) Stücke in der Reihe, der Darstellung

 der Auferstehung Christi, steht eine Legende, von der Gegenseite

 geschrieben, also mit nach links gekehrten Buchstaben (q statt P),

wie bei Geweben sehr häufig, die ich hier aber in gewöhnlicher Schreibung

 gebe:

PEETER DE ARSETTL

WOE BRVESEL

Indem wir versuchen, dieser lnscription nachzuforschen, müssen wir

vor Allem berücksichtigen, dass, wie genügend bekannt, in den eingewobenen

 Schriftrollen, -Bändern, Sprüchen auf älteren Gobelins in der
            
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