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Full text: Alte und Moderne Kunst I (1956 / Heft 4)

lols (1910). Die kommenden Jahre entlassen die Werke des 
eigentlichen Lehmhruek, jene Schöpfungen, mit denen sein 
Name in die Geschichte der Skulptur unseres Jahrhunderts ein- 
gegangen ist. 
Das Einfache, Gelassenc und doch Hoheitsvolle dieses Künstlers 
wird in der Zürichcr Ausstellung unmittelbar spürbar. Ohne 
eine falsche Weihcslimmung zu erwecken, betont die Anord- 
nung der Werke die schöne Unnahbarkeit, die diese Gebilde um- 
gibt. Wenn Lehmbruck als ein vom Zeitgeschehen Ergrillcner 
handelt - in den Skulpturen, die das erbarmungslose Geschehen 
des Krieges symbolisieren -, läßt er sieh dennoch nie zum Auf- 
schrei hinreißen. Den reichen Hintergrund der bildhauerischen 
Arbeiten bilden die Zeichnungen, Radierungen und Gemälde, 
die hie und du Hinweise auf eine intensive Beschäftigung mit 
französischen Formanregungen - Schule von Fontainebleau, 
Boucher -- geben. 
Die hagere, gespannte Schlankheit des menschlichen Körpers, 
die Lehmbruck von Minne übernommen und zu erlesensler In- 
slrumentation gesteigert hat, findet ihren pessimistischen Epilog 
in der Geslaltenwelt von Germaine R i chie r, mit deren Skulp- 
Abb, 2. Wlllulm Lnhmbruck. Bdnndn, Shlnguß, 1918 
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