hat mit dem seidenen Gewande, die helfe sich und ihrem
nde hin zu dem heiligen Kinde." Ob aus der Formulierung
iert hat" der Schluß auf die Entstehung des Gewandes erst
. dem Tod der Äbtissin Kunigunde gezogen werden kann, ist
lkaum mit Sicherheit zu entscheiden. Auffallend bleibt zweis
die eigenartige Anbringung dieser Schrift, die auch durch
Mangel einer Vorzeichnung den Eindruck erweckt, als sei
nicht ursprünglich vorgesehen gewesen, sondern erst unmittr
bei der Ausführung von der Stickerin eingefügt worden.
nag sich dabei entweder um einen Wunsch nach Fürbitte
Äbtissin für ihr Kloster oder vielleicht auch um eine Art
nswunsch am Ende des großen Werkes handeln.
man alle diese angeführten Einzelheiten zusammen, so
zht wohl sehr viel dafür, daß die Ausführung der Dalmatica
der Tunicella nach den anderen Stücken anzunehmen ist,
ohl sie keinesfalls ein bedeutender zeitlicher Abstand trennt.
en diesen mehr historisch auf die Geschichte des Ornates
:htetcn Fragen steht bei diesem Werk die inhaltliche Deutung
nders im Vordergrund. Vor allem sind es die Tierbilder,
ja wohl überhaupt das auffallendste Charakteristikum des
zen Ornates bilden. Die Frage nach ihrer Bedeutung hat zu
chiedenen geradezu entgegengesetzten Erklärungen geführt.
:rseits wurden sie rein formal als vor allem durch Stoffter
weit verbreitete allgemein übliche Bilder des spatromaien
Formenschatzes bezeichnet, ' andererseits als direkte Phywgusillustrationen
symbolisch ausgelegtf Beide dieser Meigen
scheinen zu extrem gefaßt. Es kann kein Zweifel sein,
dem Entwurf und der Aufteilung der Bilder auf dem Ornat
genau durchdachtes Programm zugrunde liegt: Auf dem
'iale steht Maria im Mittelpunkt, der nicht nur die Gösser
skirche, sondern auch speziell der Ornat geweiht war, auf
Antepcndium - also direkt am Altar - das feierliche Reentationsbiid
der Epiphanie mit der frontal thronenden Mana
und auf der Kasel als dem Gewand des zelebrierendcn
sters die Gegenüberstellung der Kreuzigung mit den 12 Apot
dem in der eschatologischen Herrlichkeit erscheinenden
istus, begleitet von den 9 Chören der Engel. Danach ist es
t anzunehmen, daß es sich bei den übrigen Bildern des Ornaum
rein dekoratives Beiwerk handelt. Zweifellos sind die
bolhaften Ausdeutungen verschiedener tatsächlicher und
ntastischei- Tiere, wie sie der Physiologus bringt, bei der Wahl
Zusammenstellung dieser Bilder die maßgebliche Anregung
esen. Eine direkte Entsprechung mit dem Physiologus bet
aber nicht. Eine sehr bedeutende Schwierigkeit bei der Ent-:idung
dieser Frage ergibt sich daraus, daß es auch bei Heraniung
der zeitgenössischen illustrierten Physiologushandschrifwie
auch anderer Manuskripte, die bestimmte, namentlich
annte Tiere zur Darstellung bringen, in vielen Fällen unmögist,
die einzelnen Tiere sicher zu identifizieren. Eine einende
Erklärung der einzelnen Bilder und die Aufstellung
s bestimmten Programmes danach kann dadurch nur hypoisch
bleiben. Trotzdem läßt sich aber mit Sicherheit festlen,
daß hier Tiere vorkommen, die der Physiologus nicht
nt, wie z. B. das Kamel, das durchaus eindeutig erkennbar
solches charakterisiert ist. Bei der großen Verbreitung, die
ide der Physiologus im hohen Mittelalter besaß und bei der
urch allgemeinen Kenntnis der darin gegebenen symbolhaf-Ausdeutung
der verschiedenen Tiere auf einzelne Tatsachen
dem Leben Christi oder auf Teile der christlichen Heils-"e
ist wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß die Bilder des
15er Ornates eine abgeleitete veränderte Form des Physiologus
e Erltilrullg liier dieser Motive des Gösset Ornates In diesem Sinn bei
Ier ms. O.
siunis Pulink, Die sllsnhlidllthe Bedeutung der Darstellungen des Gösser
ltes, Klrcheliltunst B. Jg, Heft 5 und i. Hie! wird eine spezielle Ausdeutung
dieser Motive, auch bei den beiden Darstellungen des Antspendiums nach
Physluiogus gegeben und dllnlll ein einheitliches Programm [Dr den ganzen
lt aufgestellt.
Abb. 4. Dalmatika des Gösser Ornates. Rückseite mit Evangelistenund
Tiersymbolcn. Mitte 13. Jh.
Österreichisches Museum iur angewandte Kunst
darstellen. Es ist durchaus möglich, daß eine Handschrift oder
wohl eine Zusammenstellung aus mehreren verschiedenen Handschriften
hier die Voraussetzung bildeten.
Wie nach dem Stil der entwerfende Künstler sicherlich nicht im
im Kloster Göß, sondern am ehesten in dem Kreis der Salzburger
Kunst anzunehmen ist, ist auch die Ausarbeitung des zu Grunde
gelegten theologischen Programmes in der Salzburger Metropole
zu denken. Daß der Urheber gerade in ikonographischer
Beziehung ein sehr gutes Wissen besaß, beweist die Ausgestaltung
der einzelnen Bilder.
Das Hauptbild des Pluviaie, die Madonna lactans, zeigt einen
Marientypus, wie er ausgehend von den in der byzantinischen
Kunst festgelegten Typen erst im 14. Jh. eine besondere Verbreitung
erfahren hat. Gerade für das Gebiet nördlich der Alpen
gehört dieses Bild zu den frühesten Zeugnissen dieser Art.
Besonders charakteristisch ist vor allem im Hinblick auf die Verwendung
der Tiersymbole die Darstellung der Verkündigung
im ersten Kreismedaillon des Antependiums. Zwischen die Figuren
des Engels und der Maria ist oben eine kleine Taube und
unten ein springendes Einhorn eingefügt. Hier erscheint nun
weder eine rein schmückende dekorative Absicht noch eine allgemein
symbolische Ausdeutung auf die Tugenden der Demut
und Keuschheit gerechtfertigt, sondern eine ganz spezielle unc
eindeutige Beziehung zur Darstellung gegeben. Zweifellos ist
hier - wie aus unzähligen späteren Darstellungen bekannt -
die Taube als Symbol des Hl. Geistes aufzufassen und das Einhorn
als direkter Hinweis auf die Inkarnation Christi. Die Erzählung
des Physioiogus, daß das Einhorn vor den Jägern in der
Schoß einer reinen jungfrau flüchtet, von der allein es gezähmt
werden kann, legte die Verbindung zur Menschwerdung Christ
nahe. Besonders im späten Mittelalter wurde das Einhorn zurr
häufigsten Symbol der Menschwerdung Christi vor allem in den
allegorischen Darstellung des Hortus conciusus. Noch am Anfang
des 16. jh. heißt ein Lied: „War uns der Einhorn nit geborr
j so wärn wir armen Sünder gar verlorn l So empfahen wir ihr
gar würdiglich l Gott helf uns allen in seines Vaters Rich. ,
Wollt ihr wissen, wer dieser Einhorn ist? f Es ist unser lieben
Herr Jesus Christ."