Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 3)

ÖSTERREICHISCHE

AB STRAKTE

IN

PARIS

ZUR AUSSTELLUNG DER GALERIE ARNAUD

Es mag nicht leicht sein, unter zwei- bis dreihundert (ialerien

im Kunstmekka an der Seine durch eigene Note aufzufallen,

nicht leicht auch, die einmal gefundene Art zu bewahren und im

Dschungel eines mit großen Kztpitttlien arbeitenden Kunsthandels

einmal eroberte Positionen zu halten.

liine nicht große, doch meinungsbildrntlc (i-itlerie liegt ganz in

in der Nahe von Saint Germain de Prcs. in der Rue du Four, die

(ialerie  R. Arnaud. Sie gilt, erst recht, seit sie die Kampf" 'itschrift

 „Cimaisc" hcrausgibt, als eines der Zentren der itbstrtxktcn

 Richtung in Älalerei und Skulptur. „(Iunaisef so lteilit auch

die den Nlalern in einer Ausstellung zugewiesene XVandfliiche.

Der Künstler hat z. B. „acht Meter Cimaise" und kann auf ihr

zwei große Ölbilder oder sieben kleine, je nach Belieben, aufhängen.

 Bei Arnaud haben inzwischen recht bekannt gewordene

Male;- der jüngeren Generation ausgestellt, Alcopley, Bertrand,

(larrade Damian, Deyrolle, Downing, Dumitresco, Enard, Feito,

liichet, Gauthier, Gilioli, Guebel, Hartung, Istrati, jenkins,

Koenig, Lago, Laubies, Milo, Pamafieu. Schneider, Tryggvadottir,

um nur einige aus der extrem nieht-figurativen Richtung zu

nennen.

Hier stellt nun zum ersten Male seit dem Krieg eine (irujipc

von österreichischen Malern und läildhituern geschlossen aus.

Während die vom Direktor des Stcdelijk-Museums, Amstc dam,

Sandbcrg, zusammengestellte Ausstellung österreichischer Kunst.

die gegenwl tig, nach Amsterdam und Bern, in Sankt Gallen

gezeigt wird, alle Spielarten der Moderne, pressionismtis, Surrealismus

 wie Abstraktion in etwa gleiche S a'rke umfallt, wurden,

 dem Programm der Galerie Arnaud entsprechend, diesmal

in Paris nur Künstler der nicht-figurativen Richtung eingeladen.

lm ganzen haben hier nicht mehr als etwa vierzig Olbilder und

einige wenige Kleinskulpturcn Platz, so dafl eine Besehränktmg

auf einige wesentliche Bilder der für Östt b charakteristischen

 Art der Abstraktion notwendig war. Bewufit wurden auch

Grenzfiille von Surrealismus und Abstraktion ausgeschaltet (die

tibrigens von anderen, ganz bestimmten Pariser Galerien besonders

 gepflegt und verlangt werden).

Die Ausstellung „Artistes autrichiens d'aujnurd'htti" ist mit Absicht

 als „überparteiliches Unternehmenu gestartet worden. „Art

Club", „Kreis", Wiener und Grazer „Secession" sind diesmal mit

annähernd gleicher Zahl von Ausstellenden, und jeder Aussteller

etwa mit drei Werken vertreten. Es sollte den Veranstaltern nicht

der bei früheren Gelegenheiten teils zu Recht gegen manche

Kommi. ärc erhobene Vorwurf gemacht werden können, nur

eine bestimmte Interessengruppc in den Vordergrund zu stellen,

Natürlich zeichnen sich Wlahlverwandtsehaften ab, wie etwa jene

der Grazer Gruppe Fabian - Aduatz - Pointner, der in seiner

 





 

 

 

Abb. 2. Abstrakte Komposition von Johann Fruhmann





Abb. l. Abstrakte Komposition von Arnulf Neuwirtb.

Ausdrucksweise zu ihnen gehiärige Decleva. auf der anderen

Seite die Secessionislen lltullegltit, Pracheitslay, Rainer, Älikl; vont

„Art Club" und „Krcis": Heck, Hundertwasser, Äilösct" und Neu}

wirtb. läetlittierlieheriveisc ist von den vorgesehenen drei Bildbauern,

 Bertoni,KedLPrantl, im letzten Moment blfltlfldfl" Bcrtoni

ausgesprungen. Die entstandene Lücke konnte andererseits durch

"beilnahrne der Pariser Gruppe von Österreichern, Freist, Goenel

und llundertwasser geschlossen werden. Mit voller Absicht wurden

 lixtremc nebeneinandergestellt, wie liruhmanns kühle blontzlgen-Lyrik

 und Stoitzners tumulthafle lileekenmalcrei, der Versuch

 einer österreichiscbeit Spielart des 'l'achismtis, wie er ncutr

dings in den Aspbalt-nlltlereien des Kiirntncrs Bischoffshauseit,

aber auch in einer strauehartigen mit bunten 'l'ropffleckcn versehenen

 Plastik Rudolf Kedls zutage tritt. (Plastik im eigenen

Sinne des Wortes, denn sie ist aus einer Kunstbarzmasst geformt.)



Dre hn 'l'itge - die iästerreiehisrhe Ausstellung war vom 4. bis

17. April geöffnet - stellen im rasehlelvigcit Paris eine nur allzu

kurze Spanne ' eit dar. Lind doch gewährt diese kleine, mit

scharfem Profil ge üehnete Ausstellung jenen, die sie mit offenen

 Augen betrachten, einen liinbliek in das Schaffen der öster!

reiehiseheit Künstler von heute. Und wenn auch in XlVit-n die

bildende Kunst nicht in jenem starken Scheinwerferlicht steht,

das Paris seinen Malern und Bildhauern seit eh und je gönnt, so

kann sich itiehtsdestoweniger die kleine Ausstellung bei Arnaud

durchaus sehen lassen. A. N.

 



Abb. 3. Abstrakte Komposition von Gottfried Fabian.


            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.