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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 7 und 8)

dend gewandelt. Im Sinn seiner „klassizistischt-n" Paläste der

Spätzeit, zu denen auch seine Projekte für die Umgestaltung des

Stadtpalais Schwarzcnberg gehörten, versuchte Fischer die

Ehrenholseite des Gartenschlosses zu verändern. (Hier war eine

Wiederherstellung der ursprünglichen Dynamik seiner Idee wegen

 des Vestibüls Hildebrandts von vornherein unmöglich.) Fischer

 plante, den aus Vestibül und dahinter aufragender Ringkrone

 bestehenden Mitteltrakt der Fassade in einen ebencn Mittelrisztlit

 zu verwandeln. Über dem Vestibül sollte ein Obergescholi

 mit hoher, reliefgeschmücktcr Attika und Statuenbalustrade

 angeordnet werden, die Voluten mit den Rücklagcn verbunden

 hätten. So wäre die Ringkrone vollkommen durch Ebenllächen

 verhüllt gewesen. In diesen ebenen Mittelrisalit wollte

Fischer auch die Arkaden des Vcstibüls optisch stärker cinbeziehen;

 sie sollten im Sinn der französischen „Klassik" durch

eine Säulcnstellung vor Pfeilerarkaden mit reicher plastischer

Dekoration gestaltet werden, wodurch das Vestibül den Charakter

 einer oflenen Loggia verloren hätte. Wäre dieses Projekt

ausgeführt worden, stünden sich an ein und demselben Bau ein

Fassadentypus Fischers aus den Ncunzigerjahren und eine „klassizislische"

 Front aus seiner Spätzeit gegenüber.

Fischer hat die Umgestaltung der Gartenfassade nicht zu Ende

bringen können; nach seinem Tod im Jahr 1723 führte sein Sohn

Josef Emanuel die Arbeiten nach seinen Entwürfen weiter; manche

 Detailformen der Innenausstattung dürften allerdings auf

den Sohn selbst zurückgehen. 1724f25 malte Daniel Gran an den

Fresken des Kuppelsaalcs, 1726 an dem Fresko der Galerie. Damals

 wurdcn auch - etwas abweichend von Hildebranclts Projcktcn

 - die Nebengebäude vollendet, wo josef Emanuel seine

berühmte Fcuermaschine aufbauen durfte. Zugleich mit dem

(jartcnpalais hatte Fürst Schwarzenberg durch Fischer bzw. seinen

 Sohn auch den Garten ausgestalten lassen. Neben den

Frauenrauhgruppen Lorenzo Maticllis wurde hier auch eine

Ausführung der „Galatheavasf aus Fischers „Historischer Architektur"

 aufgestellt. 1730 ernannte Fürst Schwarzenbcrg Daniel

Cvran zu seinem Garteninspektor. Erst 1751 erbaute Andrea Altomonte

 Orangerie und Reitschule.

Es mutl als ein besonderer Glücksfall bezeichnet werden, daß

dieses Schloß, das zu den prächtigsten des barocken Wien zählt,

über die Zeiten hinweg und trotz der schweren Zerstörungen

des letzten Krieges in seinem wesentlichen Bestand erhalten

blieb. Es ist dem Umstand zu danken, daß der Besitz - ein seltener

 Fall unter den Pttlästen des österreichischen Barocks - in

ununterbrochener Kette bis heute derselben Familie anvertraut

ist, der auch sein Vollender angehörte. Ihre Fürsorge und Pflege

hat uns diese Gartensehloßatnlage bewahrt, an der sich in einzigartiger

 Wcisc die beiden größten Architekten des österreichischen

 Barocks in fruchtbarer schöpferischer Auseinandersetzung

begegneten, die aber trotz ihrer widerstreitenden künstlerischen

Absichten zu schönster Einheit gedieh.

Das Kabinen des Bauherrn Fürst Adam Franz. Kolorierte Stiche nach Rallacl, "Tages und Nachslunden". Am Boden Gebetsteppich aus der

Mill: des 18. jh. Die zeitlich und stilistisch unterschiedlichen Einrichtungsgegenstände zeigen, daß das Palais immer bewohnt war. Nirgends

1.. 4.... bnifn .......ni. Ätrvwncrwbvirn "um", wiP ein enner m nh in enlrhrn (Inhanden zu finden ist. - Rechts: Rukoko-Ofen mit vergoldeten
            
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