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Full text: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 9 und 10)

Künstler unfaßbar, daß sein Bild vielleicht nicht die Andacht bebt, 
was ja eigentlich zur Aufgabe des Künstlers gehört. Gerade an die 
kirchliche Kunst ist die Erwartung geknüpft, neben der modernen 
liorm noch die Mystik und den Glauben zu verkörpern. 
Auch hier sei wieder zugegeben, daß sich der Mensch an Formen 
und modernen Ausdruck gewöhnen kann. Aber je leichter man 
ihm diesen Weg des Gewöhnens macht, umso besser ist es, denn 
umso schneller findet er zur Kunst. Dies soll ja schließlich die 
Aufgabe des Künstlers sein, daß er seinen Mitmenschen dies 
alles offenbart und ihnen all dies erklärt und zeigt, wohin er be- 
reits selbst gelangt ist, zu jener Vollendung, bei der er jetzt steht, 
zu jenen Offenbarungen, zu jenen Freuden und jenen Erlebnis- 
scn, die ihm die Kunst bietet. Der Weg muß gezeigt sein und er 
soll nicht unbedingt aus einer gewissen Verachtung der Umwelt 
heraus schwerer gemacht werden. Oft hat man das Gefühl, dafl 
sich so manche Künstler freuen, daß sie nicht verstanden werden 
daß manche darauf stolz sind, daß sie neben der großen Menge 
einhergehen. Auch das kann man sich vorstellen, daß dies zu 
manchen Zeiten richtig ist. Meistens wird dies jedoch ein fal- 
scher Stolz sein, es wird eine falsche Einbildung, eine falsche 
Überheblichkeit sein. Der echte Künstler weiß sich vielleicht 
erhaben über den alltäglichen Besucher und Betrachter seiner 
Kunst. Er wird aber immer wieder das Bestreben haben, _dicsen 
alltäglichen Besucher zu sich heraufzuführen. Dies sollte die Auf- 
gabe sein. Eine Aufgabe, die nicht nur mit großen Vorlesungen 
gelöst werden kann, die nicht nur mit gcistreichen Büchern vor- 
bereitet wird, sondern die an den allereinfachsten Dingen des 
Alltags gelöst werden muß. 
DAS NEUE UNFALLKRANKENHAUS IN ATHEN 
Plan und Bauleitung: Archilekl Wolfgang Bauer, Wien 
Im jahre 1954- besuchte Königin Friederike von Griechenland 
Österreich und besichtigte mehrere Unfallkrankenhäuser. Auf 
Grund dieser Besichtigung erhielt der Wiener Architekt Wolf- 
gang Bauer im Winter SUSE den Auftrag für die Planung eines 
Unfallkrankenhauses mit einem Erholungsheim in Athen-Kifis- 
sia. Der Bauplatz wurde hauptsächlich deshalb an dieser Stelle 
gewählt, weil schon ein provisorisches Spital aus der Kriegszeit 
auf diesem Grundstück eingerichtet war. Es bietet auch den Vor- 
teil, daß es etwa 300m über dem Meeresspiegel liegt und von 
herrlichen Gartenanlagen umgeben ist. Das Klima ist wesent- 
lich besser als in der Stadt selbst. Als Nachteil für die Lage 
ist zu werten, daß es von den Arbeiterbezirken zu weit entfernt 
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