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Full text : Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 12)

WM, mt 1... llkälllll „... s...c. t.s.c.. ......w. 5....", ...,c.. c....sse.. ...

nicht schaben" (l). „Jesus nie andern rokke gcwan, wan tlisen,

den so truog er an hiz uf daz zil, da7. im daz kleit war benomcn,

do er leit für unser sünde den tot . . ."

Auch Walther von Rheinau weiß um die mittelalterliche Aulfassung

 der Empfängnis: „dur ir or zuo ir kam des hohen gottes

sun". Besondere Aufmerksamkeit verdient der Passus, welcher

dieser Zeile folgt: „. . . und nam von ir (von Nlariit) menschlich

natur an sich, und beleip doch sicherlich an gotlirher naturc sin,

swie daz er truog menschlichen schin".

Der liinfluß gnostischer ldeen ist unverkennbar. Von {Vlariti hekam

 der Gottessohn das „Kleid", d. h, seine Leibcshülle; er trug

„menschlichen Schein", d.i. nach (Ünostikeraullitssung: einen

Scheinleib in Mensehengestztlt. Walther von Rheinau übernahm,

vielleicht unwissend, in seine geheimnisvoll andeutcnde Schilderung

 eine alte gnostisehe Anschauung: der „ungcnähte Rock"

ist der Leih (lhristi, leibiihnlich und doch nicht echter Menschenlcil),

 eine Umhüllung, die .,ihm gleich" bleibt bis zum Tod am

Kreuze.

Vom handwerklichen Standpunkt aus interessant werden später

beschriebene itlacha" en die s Rockes". Philip der Kartiiuser

muß vor seinem Eintritt ins Kloster ein aufmerksamer Beobachter

 bei hiiusliehcn Handarbeiten gewesen sein, wenn er der

Meinung ist, daß „der rock gemacht wax also, als man wircket

die hentsehüc und die huben die man treit, die ull dem haubtl

nith geneit und doch gemacht von garn".

Im 14. Jahrhundert wurden weitgehend noch z. T. uralte textile

Techniken zur Anfertigung von räumlichen 'l'extilien (wie Hau-



Veit Stuss, Kuplerstich „Heilige Familie in Nayareth".

Maria am Webstuhl. (rilaslt-nstcr aus" Straßengel

 in der Steiermark, um 1370.

hen, Handschuhe, Strümpfe) verwendet. die spiitet- dem Stricken

gewichen sind. U. a. waren es Schlingcntechniken mit auf Spulen

 gewickelten endlichen littdenstüeken, das seit dem S. vorehristlicheti

 jahrhundert bekannte „Spi-Img" (noch bis ins 20. jh.

hinein bekannt), „Vantsöm" (Handschuhstich) u. s. wf

Vcit Stoß hat aul" zweien der drei einzigen bisher bekannten Darstellungen

 der Verlertigung des geheimnisvollen Roekes Christi

mit minutiöser Benbaehtungsgttbe gezeichnet, wie Maria sich

einer solchen alten Schlingentechnik bedient: die linke Hand

spannt den bereits fertigen Stoff, die rechte ist bereit, die

litidenspule um vorangegangene liadenschlingen zu legen.

Fadenknäuel zum neuen Aulspulen liegen in einem Körbchen

 am Boden bereit. Das jesuskind hat eines in

der Hand und hält es der Mutter „ht-llend" hin - ebenfalls ein

Themi aus apokryphem Lcgendenkreis. (Vergl. liresko von Peter

 von Bern, 1469, in der Kirche zu Scherzlingen, Schweiz).

i Vergl, lt. FlulQv-Bültzlitg-ilöweti "Nh-htgt-wolitt- 'l'extilieti .... ttotr- n. Wlrlterel-.....i

 st.t.-t.-..-i-Tut...il.-. tust 5-1. tun-arg. m... n. m-MIt-ttm... a... drutxcltt-n Rum...

geseltlthw München. "litnllicher r...i....'-.
            
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