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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 12)

.

D1. huknßHHC Jungmxu. LJcLm JHK .'I}C,_ (wenn Jnsels",

Slrutilaurgcr bh-islcr um HZU.

Meister Berlram von München. Besuch des Engels in Nzlzarelh.

bild von dem Altar des ehemaligen Benediktincrinncnklosters B

hude, um 1370. (jetzt Kunslhalle, Hamburg).

höheren Grades von Gelehrsamkeit. um die ihnen zugrunde liegenden

 Quellen aus den syrischen, arabischen, griechischen oder

lateinischen LIraufzeicbnungcn übersetzen und nacbdichlen zu

können, oder ihren Inhalt aus eigener Konzeption neu zu formulieren.



Die bekannten deutschen Marienleben des Wcrnber vom Tegernsee

 (um 1172), Wernhers des Schweizers (Mitte 14. }h.), Philips

 des Kartäusers (um 1316), das Grazer Marienleben (1. H.

13. ]h.), des Konrad von Fußesbrunn (um 1210) und Walthers

von Rheinau (Ende 13. Anf. 14. jh.) gehen in genauer AnlehA

nung auf die Inhalte der sogen. „Pseudoevangelisten" des jacobus

 (gricch. Mitte 2. ]h.), des Thomas (griechische, lateinische

und syrische Abschriften Mitte 2. jh. bekannt), des Matthäus

(Mitte 5. jh.) und anderer apokrypher Schriften zurück. Bereits

in den ersten christlichen Jahrhunderten wurden einige der

Schriften. deren Inhalte bis dahin bekannt und außerordentlich

verbreitet waren. durch päpstliches Dekret als unecht erklärt und

aus dem Zyklus der Evangelien, die Anspruch auf historische

Wabrheitstreue erheben dürfen, ausgeschieden. Trotz dieser Verbannung

 ins Reich der Legende muß ihr Inhalt neben dem der

vier Evangelien der Bibel und der Apokalypse dennoch das religiüse

 Denken weitgehend erfüllt haben, und sogar bis in unsere

Tage sind die Themen des apokryphen Erzählungskreiscs lebendig

 geblieben. Zahlreiche Erzähler und Darsteller haben aus

diesen Quellen geschöpft.

Unter den beiden genannten Beschäftigungen Marias hat in der

darstellenden Kunst das Beten und Lesen im Psaltcrium allmählich

 den Vorrang vor dem Handwerk bekommen. Offenbar ging

der Sinn für die verborgene Wichtigkeit des Handwerks langsam

verloren, und so sind Bilder der betenden jungfrau ungleich

figer als diejenigen, auf denen sie an einer Handarbeit täti

sehen ist. Einige wenige zeigen sie beim Handarbeiten, das

geschlagene Gebetbuch oder einige Psalterien neben sich.

Die Handarbeit ist in Dichtung und Darstellung stets Ausd

des züchtigen Fleißes der Jungfrau Maria als Kind und als 'l

peljungfrau, in der Zeit ihres Verlöbnisscs mit Joseph, wäh

der Monate der Erwartung und als Mutter. Sie dokumer

außerdem Marias Geschicklichkeit und Klugheit,

der sie sich bereits als kleines Kind vor erwachsenen Frauen

jungfrauer. auszeichnete. Hiiuslichkeit, in sieh ruhendes Wi

Zurückgezogenheit von allem Äußerlichen - solche Eigensi

ten werden liebevoll und ehrfürchtig in diesen Bildern den

richten der alten Erzähler naehgezeiehnet.

Die apokryphen Evangelien berichten, daß Maria schon als _

junges Kind allen anderen Mädchen und Frauen an Erfindl.

gabe bei schönen Handarbeiten und in deren Ausführung i

legen war.

Nach dem Rate der Hohenpriester wurde Maria als sieber

riges Mägdlein zum Dienst im Tempel mit anderen jungfr

aufgenommen. lhre und ihrer Gefährtinnen (Rahel, Rebi

Sephora, Abigea und Susanna) Aufgabe war es, alle Pontif

gewänder, Tempeldecken und -tücher zu pflegen, sowie r

reiche Stoffe herzustellen und zu verarbeiten. Um die gering

und die edleren, beliebteren Arbeiten gerecht zu verteilen, p

ten die Jungfrauen das Los entscheiden zu bissen. Maria zoi

desmal das sogenannte „Königinnenlof, wodurch ihr stets

allerschwersten und allerschönsten Aufgaben zuteil wurden"

Wirken, Weben und Sticken mit Gold- und Silberfäden. S
            
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