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Full text: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 1 und 2)

Ball der Stadt Wien 1899 im Beisein 
Kaiser Franz Josephs I. Gemälde 
von Wilhelm Gausc. 
 
einen Querschnitt durch das bunte gesellige Getriebe der zur 
Millionenstadt anwachsenden Metropole. Damals gab es auch 
berühmte Künstlerfeste deren Farbcnrausch Hans Makartls 
Phantasie bestimmte. Ein Faschingstreiben der Baheme jedoch, 
wie es Paris oder München kannte, war in Wien nie recht be- 
heimatet. Und auch die Versuche, die um die Jahrhundertwende, 
etwa zur Gründungszeit der Secession von Klimt, Loos, Holl- 
mann unternommen wurden, dem Wiener Karneval einen Trop- 
fen Montmartre-Pzu-fum zu injizieren, blieben ohne nennenswert-c 
Weiterungen. 
Hat der Wiener Fasching seinen Charme, seine Virulenz, seinen 
eigenartigen Zauber auch noch in unseren Tagen bewahrt? Diese 
Frage kann getrost positiv beantwortet werden, auch wenn das 
Tanzen nicht mehr so Saison gebunden ist wie einst. Nach wie 
vor gibt es prächtige Feste alten Stils, wie den Opernball und den 
Philharmonikerball, denen sich zahlreiche kleinere Veranstal- 
tungen gesellen. Mag auch an Stelle früherer populärer Tanz- 
weisen nun die jazzmusik die führende Rolle spielen, so ist die 
Geburtsstadt des Walzers noch immer in der Lage, inmitten einer 
von Nivellierung bedrohten Welt ihren Karnevalsiesten beson- 
deren Reiz zu verleihen. 
Erster Opcrnbnll in dur wicdcrhc-rgcstclltcn Suv
	        

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