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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 1 und 2)


Karte mit Hebelzug. Durch Ziehen nn emcr

Papicrlxlschc obcn. lassen sich dic Armc de:

Mädchcm bmvcgvrx und Sic zwh! nn cinvm Band

die Kugcl mil dur Tnwhrifl aus dem 'I'upf.



Die Rose ist abhchbur und darunter steht

„IOUO Glück".

bei in: Allgemeine und betreffen manchmal sngar pulitische Gebiete, wie

etwa den Wunsch nach Frieden, als besondere Gabe an einen Freund.

Es entspricht aber wohl dem unheroiscben Charakter der Biedermeierzeit,

 daß diese großartigen, allgemeingültigen lltünsclye durch persönliche

 ersetzt wurden. Als allgemeiner Wunsch bleibt nur mehr der nach

Glück. Unter den persönlichen ist rler nach Liebe das Dominierende.

Damit wird aber die lWunschkarte zu einer zart-vertrauten Mitteilung,

fa eigentlich zu einer Art Geständnis. So lautet zum Beispiel der Text

einer solchen Karte: "Ich komme im Auftrag meines Herrn, um Ihnen

zu sagen, er hätte Sie gern", wobei die letzten Worte auf einem Tafelchen

 in einem Blumenkorb untergebracht sind. Daraus eröffnet sich

eine reiche Fülle an Möglichkeiten, durch allegoriscbe, sentimentalzärtlicbe

 Bilder Geständnis, Wunsch und Bitte zu überbringen. Sicherlich

 aus der Absicht diese zarten Geständnisse in einer gewissen Verborgenheit

 zu lassen, erfand man eine Art van Karten, bei denen erst

durch Öffnen eines Briefes, Wegheben eines Teiles des Bildes oder das

Ilerändern des teilweise beweglichen Bildes durch Ziehen an einem

kleinen Hebel, der eigentliche lUunschinhaIt sichtbar wird, bei dem

nun sehr alt ir: der umständlichen Form eines Gedichtes oder Spruches

der Wunsch gebracht wird. Im Bild ist die Absicht, die Zartheit und

Zärtlichkeit immer weiter zu steigern, wubei immer noch allegarische

Figuren herangezogen werden. Sonst aber wird alles Raffinement daran]

 verwendet, den eigentlichen Wunsch in geschickter [Weise zu uerbergen.



So wird aus einer ehemals auf das Großartige abzielenden Einrichtung

eine tändelnde Spielerei, die sich von der Allegorie immer mehr entfernt,

 die aber vor allem im Zusammenhang mit Blumenbildern, etu-a

auf Gläsern, ein reizvolles Zeitdokument darstellt.

Mit der Auflösung der gesellschaftlichen Regeln dieser Zeit, sind auch

diese Karten gegen die Mitte des 79.]ahrhunderts verschwunden.

KANU mit Ilclvulzxxg. Durch Ziehen an cincr Palncrlnschc cntfcrm

man Blümchen mit Emhlcmen und das Medaillen mit der Inschrift

wird lkrci.

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