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Ostereier. Kupferstieh von G. B. Göz, 18. Jahrhundert. (Oster-
reichisches Museum für Volkskunde).
und 1642 „dem Doktor Pcrger und Herrn Putzlin zu einem ro-
then Ei ein Frimbacht (z Ostergebäck)" schenkte 1". Daß ander-
seits auch der Beschenkte dem Überbringer eine Gegengabe rei-
chen mußtc, ersehen wir aus der Pilegraitung der Herrschaft
Kobenz, Obersteiermark, vom Jahre 1683: „.. . zu Ostern gib
den Mayrleiden ihr Eiergeld" 11.
Das literarische „Osterei" ist ebenfalls ein Kind des 17. Jahrhun-
derts. Zwar hatte schon die protestantische Streitschrift „Ain
schöner Dialogus oder Gcsprech von aynem Münch und Becken,
welcher die Osterayer samlen wolt", die 1524 bei Hans Steyg-
mayer, Beck zu Reytlingcn erschien und in Wien nachgedruckt
wurde, einen verheißenden Titel, doch ging es hier noch um Bei-
behaltung oder Abschaffung des Brauches der Spendeneier 1'.
Im Jahre 1675 dagegen gab der Barnabit und Prediger zu St. Mi-
chael in Wien P. Don Constantinus Arzonni in Sultzbach, bzw.
Nürnberg den Predigt-Nachlaß des Wiener Barnabiten Florentius
Schilling heraus und benannte die Osterpredigten „OVUM PAS-
HALE, Oster-Ey", wobei auch auf dem Titelkupfer ein Ei mit
dem auferstandenen Heiland gezeigt wurde.
1678 widmete der Benediktiner P. E. Anselmus Hafner dem
Kaiser schon ein richtiges literarisches Geschenk unter dem Titel
„Augustissimus Maestatibus Leopoldo I. Imperatori Invictissimo.
Eleonora Magdalenae Thcresiae Impcratrici, Vclut alteri Jovis
Ledae novas ad Leopoldum Secundum Cunas congratulans", das
der aus Obcrleiningen in Württemberg gebürtige und in Wien
tätige Johann Martin Lcrch 1a unter andcrm mit einem „OVUM
PASCHALE" in einem Herzen mit den Initialien EL aus-
schmückte.
Zwanzig Jahre später, 1698, erschien bei Johann Van Ghelen
in Wien ein Gebetbuch, das Anna Cresccntia, geborene Gräfin
von Brandeiß und Gemahlin des Johann Friderich Reichsgrafen
zu Hardegg, Glatz und in Machland zur Verfasserin hatte, unter
dem Titel „Ein Rothcs Eyj So Von einem treuen Hertzen ge-
färbet wordenlDarinnen aberfAn statt dess Gelben gantz gul-
dene Gebettlein zu dem Heyland JESUIAn statt des Weissen
gar andächtigc Seufftzcr zu der Mutter Gottes und allen Heilli-
gen zu finden". Der Anlaß war die zu Ostern 1697 erfolgte Be-
kehrung des Grafen zum Katholizismus: „ . . . also habe ich etli-
che Gebcttlcin zusammengetragen und ihme (dem Grafen) solche
auss treumcinendem Hcrtzcn wollen under dem Nahrnen eines
Rothen Ey überreichen I zumahlen das Ey nicht ein unebens Sinn-
bild der Lieb l dann wann auch die liebe Kinder denen Eltern umb
den Hals fallenlso pflegen sie ihre hertzlichc Anmuthung mit
dem Eyfeyleyjey zuerklären...". Und schließlich ist hier-
her auch die gegenreformatorische Streitschrift des Ödcnburgers
Abraham Ägidius Dobner aus dem Jahre 1717 zu stellen: „Oden-
burgisches rothes Ay, in welchem die wahre Freud und Hoffnung
der uralt katholischen Christen eingeschlossen".
Knapp vor 1700 erschien hci Melchior Haan in Salzburg der erste
Teil der von Andreas Strobl, „Pfarrer bey St. Jacob zu Puch-
bach in Bayern" vcrfaßten Ostcrpredigten unter dem Titel
„Ovum Paschale novum oder Neugcfärbte Oster-Ayr" (2. Aufl.
1700), dem 1698 „Noch ein Körbcl voll Oster-Ayr" und 1710
„Ein Centen Oster-Ayr, oder der dritte Theil Ovi Paschalis"
folgten. Strobl erzählt als „Oster-Märlein" eine Menge Wissens-
wertes über das Osterei und zwar sagt er unter andcrm: „Was
muss aber die Ursach scyn, dass man sich eben so wol mit den
Ayrn delectirt, ein gantzes Jahr geschieht den Ayrn nicht so viel
Ehr, als eben jetzt zur Oesterlichcn Zeit, man verguldets, man
versilberts, man belegts mit schönen Flecklen, und macht aller-
hand Figuren daraufl, man marmelirts, man mahlts auch und
ziehrts mit schönen erhebten Farben, man kratzets aus, man
machet etwann ein Oster-Lämblein, ein Pelican, so eine Junge
mit aignem Blut speiset, oder die Urständ Christi, oder was anders
darauff, man siets, man färbts grün, roth, gelb, goldfarb, u. Man
machts auch schön gcsprängt, und verehrt es hernach ein guter
Freund dem andern" 1'.
Mit dieser mehr als sachlichen Beschreibung verlassen wir die
gegenreformatorische Literatur und wollen nur noch betonen,
daß das 18. Jahrhundert vor allem durch kleine Andachtsbildcr
mit sinnbildlichen Darstellungen in religiöser Ausrichtung ver-
treten ist. Hier wird nur auf den wertvollen Kupferstich des Wie-
ners G. B. Göz hingewiesen, der in Augsburg zum Ausdruck
kam, seine Verbreitung aber auch in Österreich fand.
Eine ganz neue Art von „Ostereicrn" brachte die Aufklärung
mit sich. S0 erscheint 1785 ein 43 Seiten starkes „Oster-Ey auf
das Ncujahrs-Geschenk für die Herren Wienerautoren" von
einem „L1tndler", der den einzelnen Herren manch Unerfreu-
liches hincinsagt. Im gleichen Jahr erschien „Ein Osterey für
Wiens Bewohner verehrt von Patrizius Schmalz bürgerl. Kässtc-
eher", das in seinem Laden auch ausgeteilt wurde. Jedem Stand
widmet e: einen Vers, sogar die Grabennyrnphen vergißt er da-
bei nicht, und bemerkt nur bei den Kammerjungfrauen, daß er
„rothe Eier" zu verschenken habe.
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Ostereier. Kupferstich von G. B. Göz, 18. Jahrhundert. (Oster-
reichisches Museum für Volkskunde).
I" Schmldl, u. 11.0.. s. a1.
H Kxetzonbnchar, 5.11. 0., s. 10a.
" Schmidt, a. n. 0., s. a2.
1' ThXemo-Becker, Künsllux-Lexlknu, zs. m, Lelpzlg 1929, s. m.
11 Hepdlng, ... 0., s. um
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