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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 7 und 8)


Paul ReluQvrvzlir, geb. 1926, Frankreich, „Der Raucher", Öl. - Rebeyrolle

 "eigt drei Bilder, und alle drei sind aullerordentlieh bc egt. aber

auf allen dreien ist auch die ke Bemühung um die malerische Gestaltunp

 sichtbar. Hier der Raucher hat im Gesicht graue und rosa Töne,

die mit Gelb und Blau, d; sich um den Kopf herum verteilt, einen starken

 Zusammenklang bewirken.

  





l)ie Preis-jury der Biennale, man mag sonst zu ihren Entscheidungen

 stehen, wie man will, hat darum gar nicht übel daran getan,

daß sie nicht nur keinen der spezifischen Taebisten, sondern auch

keinen ausgesprochenen Nlateriztltriumphator unter den Plastikern

 ausgezeichnet hat, wenn auch die Nichtbeachtung von An!

toinc Pevsner, dem ernsthaften und bedeutenden plastischen

(ileichnishildner sozusagen für sphärische Phänomene und geistige

 Vorstellungen, nicht berechtigt erscheinen will. Dafl man

die beiden Spanier 'l"'apies und Chillida priimiierte, beweist jedoch

deutlich, dali man die echte bildncrische Leistung über die bloße

Mittel- und Methoden-Demonstration zu stellen wußte.

Im übrigen bietet die XXlX. Biennale beruhigend viele Beispiele

für die lebendige künstlerische Gestaltung, und es ist nicht ohnc

prickelnden Reiz festzustellen, daß, wenn man von den mehr inotorischen

 Anregungen der Amerikaner absieht, gerade der eigentliche

 „Stitmmvatef des Tachismus, der vom Bauhaus und von

Klee herkommende, 1951 in millliehster Lage in Paris verstorbene

 deutsche Maler Wols (Wolfgang Schulze) zu den großen

qualitativen Überraschungen der diesjährigen Biennale zählt.

Seine mehr als 70 Ölbilder, Aquarelle und Graphiken, die fast

alle irgendwie als spontane Niederschläge oder psychogrammartige

 hildncrische Vollzüge und Darstellungen tiefinnerlicher Erlehnisvorgiinge

 bezeichnet werden können, sind von solcher Subtilität

 und Sensibilität, dall sie den wirklich zur schauendcn Versenkung

 bereiten Betrachter trotz oder vielleicht auch gerade

wegen ihrer intimen Kleinformate auf das innigste berühren und

ergreifen. Da zeigt sich also tinmiiiverstiindlich, daß es lediglich

an der inneren Fülle oder Leere der Maler selbst gelegen ist, 0b

sie still, dicht und gestalthaft schaffen oder sich mit Getöse und

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chaotischen Gesten inszenieren. Wols nämlich hat bestimmt

nichts weniger Schreckliches erlebt als die heutigen doch bloß

„dekorativen" Nihilisten, aber auch durch die dunkelsten Bezirke

 in seinen Bildern, die alles andere als „Euphemismen" sind,

strahlt sozusagen die Ordnung der bildnerischen Bewältigung.

Ganz ähnlich ist es bei dem Amerikaner Marc Tobey, der ebenfalls

 mit Klee die Stille und Innerlichkeit gemeinsam hat, aber

im Wesentlichen vom Studium der Chinesen und ihrer Kalligraphie

 hcrzuleiten ist. Alle seine Bilder, die irgendwelche Stimmungen,

 atmosphärische Zustiinde und Spannungen in bestimmten

 Landschaften und zu bestimmten Tageszeiten zum Motiv

und Thema haben, setzen sieh wie aus winzigen Zellen zusammen,

 durch die dann der entweder linear oder farbig modulierte

Strom des erlebten Bildgehaltes pulst. Auch der zweite im USA-Pavillon

 gezeigte Maler, der aus Rußland stammende Marc

Rothko macht in seinen großen, aber trotzdem stillen, ja geradezu

 meditativen Bildern, die sich stets in drei bildhreite, übereinander

 schwebende und verschiedenfarbige oder doch verschie-Antonio

 Tapier, geb. 192], Spanien: (Jemitlde, Ol,

Bright-Foundation, 500.000 Lire). - Das große, grau in schwarz gehaltenc

 Bild mit seiner schriftzeicheniihnliehen Graviemng liillt an frühgeschichtliehe

 Inschriftentafeln denken. Die Verletzungen im Seltrifthild

 sind hier bcwußt und künstlich angelegt, aber auf itnderen Bildern

oder richtiger Mauerbildern von "Papies vollzieht sich die Ahbrüekelting

der Sand- und Zementunterlage der Malerei von selbst.

1958. (Preis der
            
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