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Volltext: Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 1 und 2)

VEREIN DER MUSEUMS FREUNDE 
Der Verein der Museumsfreunde (Wien) feiert dieser Tage das zehn- 
jährige Jubiläum seiner Neukonstituierung. Im Rahmen einer General- 
versammlung mit anschließendem Vortrag Herrn Direktor Vinzenz 
Oberhammers in der Sammlung historischer Musikinstrumente, Neue 
Hofburg. wird den Mitgliedern eine kleine Ausstellung aller vom 
Verein seit seiner Gründung (1912) erttorbenen Kunstwerke geboten. 
Diese Kunstwerke, mit Vereinsgeldern und Spenden erworben. schenk- 
ten die Museumsfreunde den öffentlichen Sammlungen und verhinderten 
durch ihre selbstlosen Aktionen einen Verkauf an das Ausland. 
Wie groß die Schwierigkeiten und Probleme eines derartigen Vcreines 
sind, schilderte Pr" ident Dr. Allmayer-Beck in einem Pressemplang zu 
dem die Ehrcnp sisidentin, Gräfin Stefanie Harrach. in ihrem Heim 
liebenswürdig einlud. 
Den Kreis der Kunstverständigen und Kunstmäzene h' hen die politischen 
und wirtschaftlichen Ereignisse der letzten S0 Jahre ständig verkleinert 
und verändert. Die ehemals persönlichen Beziehungen zur Kunst und den 
Künstlern regeln nun die Kulturreferenten, die zukünftigen Mäzene oder 
die jetzt gesuchten. heißen nicht mehr Fürst... oder Graf..., sondern 
Bank-, Stahl- und Benzin A. G. Die Stelle der Kunstsammler und -Sach- 
verständigen übernahmen die Experten der Lehrkanzeln und der Museen. 
Ein verbindendes Glied zwischen diesen oben genannten Stellen und 
dem Publikum bemüht sich der Verein der Museumsfreunde zu sein, 
und aus den Ausführungen seines Präsidenten ist zu entnehmen, daß es 
ihm und den Mitgliedern während der 50 Jahre seines Bestehens gelun- 
gen ist. ein gutes Verhältnis mit den Museen und staatlichen Stellen 
(z. B. Bundesdenkmalamt. Unterrichtsministerium) und der Großindu- 
strie herzustellen. 
Doch um der Parole „Kunst ins Volk" zur Anerkennung und Mitarbeit 
auf weiterer Ba' zu verhelfen. mülite es gelingen, die Wiener und 
übrigen Österreicher aktiver an ihren Kunstschätzen zu interessieren; 
diese sind in den Augen der Welt neben der Musik unsere einzigen, 
allgemein gültigen und noch allgemein anerkannten Kulturschätze. 
Neue Wege, vielleicht unbürokratische. müflten beschritten werden. um 
aus dem 600 bis 700 Mitgliedern zählenden Verein das zu machen 
was seine Ziele verdienen. nämlich (wie z. B. in Amerika), daß jeder 
Gebildete ein aktives Mitglied „seines" Museums ist. der lebendigen 
persönlichen Anteil an jedem Kunstwerk und an jedem Ereignis des 
Museums nimmt. 
 
 
H. 
125 JAHRE KUNSTHANDLUNG L. T. NEUMANN 
Am 21. Dezember 1833 brachte die „Oesterw-ichisch-Kaiserliche pri- 
vilegierte Wiener Zeitung" die „Eröffnungsanzcige derKunst- und Musi- 
kalienhandlung L .T. Neumann am Kohlmarkt Nr. 257". Seit damals 
nimmt die Firma. die noch heute den Namen ihres Gründers Leopold 
Theodor Neumann trägt, unter den Wiener Kunsthandlungen eine 
führende Stellung ein und ist aus dem Kunsllebcn unserer Stadt nicht 
mehr fortzudenken. Wer kennt nicht die großen Auslagen an der 
Ecke Kohlmarkt-Miehaelerplatz. Immer wieder geschieht es, daß auch 
der eilige Passant, angelockt durch die ausgestellten Gemälde. seinen 
Schritt verhält, um sich für kurz an den gezeigten Kunstwerken zu 
erfreuen. 
Im jahre 1900 ging das angesehene Geschäft in den Besitz der aus 
Frankfurt stammenden Familie Eymer über, von der die Tradition 
des Hauses, der Wiener Malerei eine Heimstatt zu bieten, um ihr För- 
derung angedeihen zu lassen, bis auf den heutigen Tag in muster- 
gültiger Weise fortgeführt und mit profunder Kennersehaft gepflegt 
wird. Das Haus am Michaelerplatz stand mit jacoh Alt, Rudolf v. Alt. 
E. j. Schindler, Pettenkofen. Romako. Gauermann, Th. von Hörmann. 
jcttel und Darnaut in enger Verbindung. 
In dem der Firma angegliederten Verlag erschienen Lithographien 
und Farbdruckc nach Friedrich Gauermann's bedeutendsten Werken. 
Vor allem aber tragen die nach Porträt-Aquarellen josef Kriehubers 
hergestellten Lithographien von Persönlichkeiten des Hofes, des Adels 
und des Wiener Bürgertums, von Gelehrten, Künstlern und Militärs 
 
moderne galerien 
l galerie st. stephan 
wlnn 1, qrünangorgasse 1, tel. 521266 
werktags von 11-18 h, sonntags von 11-13 h 
vom 14. tobruar bls 15. mir: josot mlkl, ölbilder und grlphllt 
vom B. märz bis ende märz pator Bischof, ölbildar und graphlk 
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werktags 10-13, 15-18 h, samstags 10-14 h 
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werktags 9-18 h, samstags 9-13 h 
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bis 28. labruar 5 jahro österreichische .arta' 
llthagrnphien, holxschnitte, radlorungen 
ab 6. märz glas, keramik und kunsthandwerk aus schwaden 
 
das Signum der Firma L. T. Neumann. Für viele Familien Wiens und 
Österreichs sind diese schönen Blätter gehütete Erinnerungsstücke an 
frühere (ienerationen und waren bis vor wenigen jahren in zahlreichen 
Häusern in den Nachfolgestaaten die Dokumentation einstiger Zu- 
sammengehörigkeit. Auch Rudolf v. Alt's Aquarelle von Ansichten 
aus Wien und aus Gebieten der Österreichisch-ungarisehen Monarchie 
tvurden hier lithographiert. 
Die Bemühungen des derzeitigen Firmeninhabers, Herrn August Eymer. 
gehen vor allem dahin. den Uriginaltvrrken der bedeutendsten Künstler 
des 19. Jahrhunderts und der österreichischen Graphik am internatio- 
nalen Markt Geltung zu verschaffen. Attßerdcm wird auch dem Interesse 
für die alten Meister breiter Raum gewidmet. 
Die Redaktion der Zeitschrift .,Alte und moderne Kunst" beglück- 
wünscht die Kunsthandlung L. T. Neumann und ihren Inhaber, lle ' 
August Iiymer, zu dem seltenen und ehrenvollen jubiläum des 125jä " 
gen Bestandes. Möge die Tätigkeit dieses vorbildlichen Unternehmens 
auch weiterhin von viel Erfolg begleitet sein. 
 
 
W. 
JUBILÄUM EINES WIENER KUNSTVERLAGES 
Arn I7. jiinner 1884 gründete A. Sehroll den nach ihm be- 
nannten Verlag. Zur Feier der 7? jährigen Wiederkehr des Gründungs- 
tagt-s hat nun das Verlagshaus Schroll. das sich seit 1913 im Besitz 
der Familie Reisser befindet, einen sehr bemerkenswerten Almanach 
herausgebracht. Darin tvird zunächst die verlegerische Leistung dieses 
angesehenen Unternehmens an Hand von Auszügen aus Verlagswer- 
ken dokumentiert, die so attseetvahlt wurden, daß sie eine kontinuier- 
liche Darstellung kunsthistoiischct" Probleme von der Urgeschichte bis 
heute vermitteln. - Der zweite Teil des Almanachs erstellt das chtxr 
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