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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 10)

Traktes im Osten erweitert worden. Dieser bisher vollkommen

unbekannte Umbau war in den 40 Jahren, die zwischen der Entstehung

 des Nürnberger Aquarells und den Kupferstichen liegen,

 erfolgt. Das Aquarell repräsentiert somit als älteste Darstellung

 einen viel früheren Bauzustand des llerrensitzes unter

der Familie Geyer. Der Merianhsehe Kupferstich entspricht hingegen

 der letzten Blütezeit evangelischen Lebens in Hernals

unter der Familie jörger, als der „Gottesgarten und der Gottessaal"

 Hernals die größte Gemeinde vereinigte und die Wiener

Straße die Scharen der zuströmenden Städter kaum fassen

konnten Der Saal des Herrenhauses erscheint nach den erschöpfenden

 Forschungen josef Karl Mayrs 15 vermutlich sogar als

Innenraum mit Musikbalkon und Sängern 1625 auf dem Titelblatt-Holzschnitt

 des „Valetgesangs und Klagelieds der hochbetrübten

 Turteltauben . . ., da sie ihre Freudenwohnung Hernals

verlassen müssen". Der Verfasser Elias Ursinus nimmt hier von

Hernals und seinem Saal im Herrenhaus mit folgenden Versen

Abschied:

„Nun muß ich dich verlassen

Hernals du Gottes Saal

Da wir beisammen saßen

In Freuden manichmal

Unter des Höchsten Schutze

Und seinen Flügeln breit

Wider des Satans Trutze

Im Frieden lange Zeit."1ß

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Grundlegend änderte sich das Bild des Wiener Vororts im Barock."

 Anstelle einer H1. Grabkirche," die 1639 nördlich der

Bartholomäuskirche erbaut wurde, erstand 1709 (1714) der „Kalvarienberg",

 der, wie ich sehe, in seiner ursprünglichen Gestalt zu

den frühen Beispielen dieser seit dem Ende des 17. Jahrhunderts

aufkommenden großen „Berg-Anlagen gehörtß Die alte gotische

 Barlholomäuskirche und das alte Herrenhaus bzw. der

Wirtschaitshof des Domkapitels kamen erst 1784]85 unter joseph

 II. zum Abbruch?" 1766 wurde eine neue nord-südlich ausgerichtete

 Kalvarienbergkirche erbaut, deren Barockfassade in

den Neubau der Pfarrkirche von 1892 übernommen wurde. An

Fenslerausblick auf Hernals.

Detail aus dem Porlrälkupferstich des Predigers Johann Sartory

von Heinrich Ulrich, 1614.

Wien, Nationalbibliothek.

Der Hernalser Prediger johanxi Sartory.

Porträlkupferstich von dem Nürnberger Zeichner und Kupferstcchcr

Heinrich Ulrich, 1614.

Wien, Nationalbibliothek.
            
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