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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 5)

Iüxunccsco du Nienue, Axhois um 1500. Vergoldclcr

 Fulikzunplhixrniscl: Nlnxinwilianw l

Hirn. Wullvnanlnlnlung. I; Tl

Nürnberger Plattners für Maximilian, jene des berühmten Hans

(irünewalt, sind heute nicht mehr feststellbar. Lorenz Helmschmied

 hat noch um 1500 mehrere Feldharnisehe für Maximilian

 und wenig später eine neuartige Ausrüstung für lield und

Turnier veriertigt, von der uns der Sonnenburg-Harniseh in

Wien eine Vorstellung gibt. aber die Zeit der großen Aufträge

des Königs an Helmschmied war vorüber.

Seit dem Tod seines Vaters Friedrich (1493) allein regierend,

zeigte sich Maximilian auch von der anderen, praktischen und

organisatorisch gewandten Seite seines Wesens. Die ständig drohenden

 Kriege verlangten eine ausreichende Eindeckung mit

Kriegsmaterial. Wieder bot Burgund ein nützliches Vorbild. Die

Hoiplattner in Deutschland und Italien waren freie Unternehmer

gewesen, die gegen eine jahreszahlung den Aufträgen des Herrschers

 in erster Linie nachkommen sollten. Karl der Kühne hatte

nun in Döle als Holplattner Alexandre du Pol angesiedelt, der in

einem festen Arbeitsverhältnis zum Herzog stand und jährlich

mindestens 100 Harnische zu liefern hatte. lline solche Gründung

unternahm Maximilian 1495 in Arbois, unweit von Döle. Er

erbat dafür vom Mailänder Herzog die Plattner Gabriele und

Franceseo da Merate. Gabriele blieb in Mailand, Francesco zog

nach Arbois und hat dort den vergoldeten Fußkampfharnisch

Maximilians geschaffen, in dem dieser wahrscheinlich den siegreichen

 Zweikampf mit dem htlrgundisehcn Kämmerer Claude

de Vaudrey ausfocht. Sonst blieb erstaunlich wenig an burgundischem

 Rüstzeug des Königs erhalten, lediglich noch Brustund

 Rückcnstück als Reste eines Infanterie-Harnischcs vom

Brüssler Plattner jaques Voys (Wien, Waffensammlung A 110),

von dem ein für Philipp den Schönen gearbeitete-s Gegenstück in

der Madrider Armeria bewahrt wird.

1490 hatte Maximilian die Regierungsgeschäfte in Tirol von seinem

 Großonkel Sigmund übernommen. Sigmund war ein ihm

verwandter Charakter, ein Liebhaber schöner Waffen. Er hatte

nach Mailänder Vorbild um 1450 in Innsbruck eine bedeutende

Plattnerkolonie gegründet und eine Geschützgießerei in Innsbruck-Mühlau

 kräftig gefördert. Bei diesen bedeutenden Einrichtungen

 scheint Maximilian erst 1496, nach Sigmunds Tod,

freie Hand bekommen zu haben, denn erst in diesem Jahr setzen

seine Bestellungen ein. Der Messerschrnied Hans Sumersperger

in Hall lieferte ihm prunkvolle Schwerter und Messer, der alte

Meister Kaspar Rieder schuf den erklärten Lieblingsharnisch

des Königs, auch die Plattner Christian Treytz und Hans Laubermann

 arbeiteten für ihn. Eine wirklich seinen Wünschen

entsprechende Persönlichkeit hatte Maximilian jedoch erst 1500

in Konrad Seusenhofer gefunden. unter dessen Leitung er die in

Innsbruck 1504 neugegründetc Hofplattnerei stellte. Die Hofplattnerci

 war - als völliges Novum - mit fix besoldeten Arbeitskräften

 besetzt, welche gegen weiteren Stüeklohn lediglich

 für Maximilian arbeiten durften. Wohl lieferte die llofplattnerei

 noch Rennzeuge für den Turnierharnischpark und

einige Leibharnisehe, aber das fortschreitende Alter Maximilians,

 der 1508 als fast Fünfzigjührigei" in Trient zum Kaiser

ausgerufen worden war, ferner die seit 1498 bis 1516 mit Unterbrechungcn

 andauernden italienischen Kriege, ließen wenig

Zeit für Sport und Spiel, erzwangen andersartige Aufträge. Die

Hofplattnerei erzeugte einerseits in Massen Ausrüstungsstücke

für die „Frommen Landsknechte", andererseits wurde sie vom

Kaiser ab 1510 mit Bestellungen überhäuft, die als Geschenke

zur Anknüpfung bzw. Aufrechterhaltung guter politischer Beziehungen

 oder als Ehrengaben für verdiente Soldatcnführer gedacht

 waren. Der von Seusrnhofer erfundene Kostümharnisch

mit ciscrnem Faltenrock war ein beliebter Geschenkartikel.

Heinrich VIII. von England, der junge Karl V. und andere erhielten

 ihn. Offenbar überanstrengt, ist Scusenhofer, einer der

bedeutendsten deutschen Plattner, 1517 früh verstorben.

In den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens hat der Kaiser

seine größte Aktivität entfaltet, die gewaltigen Vorhaben zur

Verherrlichung seines Namens und seines Hauses, das Grabmal,

der Triumph, die Ehrenpforte, die Autobiographien, der Freydal

usw. sind damals begonnen worden. In diese Reihe gehört auch

der 1516, im Todesjahr des Meisters Lorenz, bei seinem Sohn

Koloman Helmschmied in Augsburg bestellte silberne Harnisch,

zu dem Albrecht Dürer 1517 die Dekorationen zeichnete. Er

blieb unvollendet und wurde nach dem Tode des Kaisers als

unbezahlt eingeschmolzen. Wahrscheinlich wäre er der schönste

Harnisch gewesen, den jemals ein Herrscher besessen hat.

Arls junger König hatte Maximilian 1490 in einem siegreichen

Feldzug den Ungarn die von ihnen besetzten Teile Niederösterreiehs

 entrissen. Aus diesen Kämpfen stammt die Übernahme

ungarischer Waffen. Drei bemalte ungarische Flügeltartschen

in der Wiener Waffensammlung erinnern an jene Zeit. Auch

später noch hat Maximilian „husarischc" Harnische bestellt.

1515 gelang dem Kaiser mit der Wiener Doppelhoehzeit seines

Enkels Ferdinand mit Anna von Ungarn und seiner Enkelin

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