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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 11)

Künstlerisch kommt Ironimus von Saul Steinbcrg her - aber ihm fehlt

der amerikanisch-kosmopolitischc Zynismus. Auch das Werk von

George Grosz ist mit seinem Schaffen vergleichbar, doch ist Ironimus

weit davon entfernt, den Menschen für ein Schwein zu hallen, wie der

große Sachse dies lal: Seine Waffe ist die Lichc in einem sehr ticlcn,

menschlichen Sinn.

ERNST KOLLER

KUNSTNOTIZ

e. Üisdii Q

lronimus, „Zehn Impressionen".

Betrachtung überhaupt würdig ist. Wenn in den „Zehn Impressionen"

ein bärtiger Künstler immer und immer nur seinen Bart darstellt und

sonst nichts, so will Ironimus uns beweisen, daß keiner über sich selbst,

hinauskann, daß die Größe der Leistung identisch ist mit dcr Größe der

Persönlichkeit. Das beste aller Blätter ist vielleicht das, in dem der

„Präzisi0nist" bei der Arbeit gezeigt wird: Er fügt den wüsten, hemmungslosen

 Klecksern auf einer riesigen Leinwand mit aller Akribie

und unter Zuhilfenahme einer Lupe winzige Pünktchen hinzu - die

vermeintlichen Pünktchen auf dem I . . .

Der Grundtenor all dieser und vieler anderer Blätter ist ein durchaus

humanistischer - er ist geradezu identisch mit dem Dürefschen „Half

Maß". Sicherlich ist bei Ironimus auch ein guter Schuß von vanitasmundi-Erleben

 am Werk, zeigt er doch immer wieder die so schwer zu

erkennende Grenze zwischen zeitlichem, vergänglichem Getue und den

bleibenden Werten auf. Unzweifelhaft ist, daß Ironimus seine Modelle,

sein Wild gern hat, ebensowenig kann aber bezweifelt werden, daß

dieses Gefühl erwiedert wird. Das vielleicht ist das Geheimnis seines Erfolges,

 das vielleicht ist das spezifisch Österreichische an ihm - ein

Wesenszug, der nach seiner eigenen Aussage im Norden des deutschen

Sprachgebietes besser verstanden und höher geschätzt wird als bei uns.



Ironimus, „Der Priizisionist".

Wiener Kunsijunds: 6. Verleihung von Förderungsbeiträgen an

Wiener Künstler

Am Donnerstag, den 22. Oktober d.  fand im großen Musikvereinssaal

 eine Festveranstaltung statt, in der Hofrat Mandl, Kulturreferent

 der Stadt Wien, 22 Künstlern Förderungs- und Anerkennungspreise

 in der Höhe von insgesamt S 191.600,- verliehen

 hat.

Unter den so ausgezeichneten befanden sich Schriftsteller, bildende

 Künstler, Schauspieler und Musiker, fast durchwegs der

jüngeren Generation angehörend.

Mit der Gründung eines „Wiener Kunstfonds" durch die Zentralsparkasse

 im Jahre 1957 wurde endlich eine zuständige Institution

 geschaffen, die sich nach dem Wegfall des privaten Mäzenatentums

 der materiell schlecht gestellten, geistig Schaffenden

 annimmt.

BUCHBESPRECHUNGEN

Middclheim

Drulekerijen C. Counerls, Dumme-Antwerpen.

Die reiche Handelsstrtdt Antwerpen war einst fast zur Gänze von

kleinen Schlössern und herrlichen Domänen umgeben, die den reichen

Patriziern der Stadt als Sommersitz dienten. Die meisten von ihnen

wurden im Zuge der fortschreitenden Erweiterung der Stadt aufgelasscn

 und parzelliert. Im Süden der Stadt blieben jedoch drei Landgüter

völlig erhalten und wurden von der Stadtverwaltung nach der jahrhundertwcnde

 aufgekauft, um sie der Bevölkerung als Parks zur Verfügung

 zu stellen. Eines davon ist Middelheim.

1950 wurde durch die Initiative der Stadtverwaltung, vor allem des

Bürgermeisters L, Craeybeckx, im Park zu Middelhcim dic erste internationale

 Plastikausstellung im Freien veranstaltet, die von der richtigen

Erkenntnis ausging, daß Werke der Bildhauerkunst erst dort, im freien

Raum und im wechselnden Licht, wirklich zur Geltung kommen. Aus

dem erfolgreichen Gelingen dieser Ausstellung entstand der Wunsch,

sie nicht nur als Biennale zu einer ständigen Einrichtung zu machen,

sondern auch den Middelheimer Park zu einem ständigen Freilicht-Museum

 für Plastik auszubauen und eine umfassende Sammlung von

Werken der bedeutendsten Bildhauer seit Rodin anzulegen. Wie ' mer,

wenn ein wirklich starker Wunsch auf die entsprechende Initi. ive

trifft, es _ vor allem durch dic Tatkraft des Bürgermeisters

Cracyhcckx - möglich, auch die nötigen Geldmittel bereitzustellen,

um den Grundstein zu einer Sammlung zu legen, die heute, nach noch

nicht zehn jahren, mehr als 130 Plastiken vereint, von welchen sechs

in der Stadt selbst aufgestellt wurden.

Begonnen wurde mit den Werken der großen französischen Bildhauer,

mit Rodin, der durch „Das bronzene Zeitalter" und den „Balzac" vertretenisnmit

 Boui'delle(.,Der bogensehiellendcllerkules"), Maillol („Du

Mittelmeer", „Der Strom"), Renoir („Venus vietrix"), Despiau und

anderen.





war

lronimus, „Zehn Impressionen".

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