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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst V (1960 / Heft 8)

n

Aussageweisen zweier Expressionisten, dem Franzosen

Gromaire und dem Deutschen Beckmann, und ist in der

schwebenden, zauberhaften Farbigkeit doch ein echter

Wickenburg, in der das Aggressive der Figuren durch

eine Farbkultur von unerhörtem XVohlklang wieder zurückgenommen

 ist.

Die gleiche Zurückhaltung kennzeichnet auch seine Porträts,

 die meist unter Bedacht auf dekorative Wirkung

angelegt sind. S0 ist das dunkle „Porträt einer Tänzerin"

 mit den gotischen Händen mehr durch koloristische

 Werte und durch eigenwillige Linienführungen ausgezeichnet:

 der Künstler wahrt, wie er es dem Ding

gegenüber tut, auch dem Menschen gegenüber Distanz

und scheut sich, inneres Wesen oder Strukturen bloßzulegen.

 Daher. und wcil er nach seiner Weise der optischen

 Erscheinung verpflichtet bleibt, ist ihm der Weg in

die Abstraktion nicht gemäß. Selbst Bilder wie die "Barbarische

 Phantasie", eine Komposition aus stabilen und

dynamischen Elementen, oder der „Dreikönigszutf sind

- wenn auch beinahe ungegenständlich - im Grunde

nicht abstrakt. Dominiert in jener der Gegensatz zwischen

 der Vertikallendenz der Pfeile und dem rotierender.

 Schwung des farbig bewegten Federschmuckes,

schließen sich in dieser strenggegliederte Flächen von

leuchtender, ungebrochener Farbigkeit in glasfenstcrhafter

 Ordnung zu einem Ganzen sinnvoll zusammenv

ohne daß die drei Könige und deren Gefolge verlorengehen;

 eine Komposition, hinter welcher die seit einigen

jahren immer wiederkehrende Vorliebe für gotische Formen

 steht.

Schließlich sei auf die im vorigen Jahr entstandenen

Fresken im Knabenseminar Sachscnbrunn in Kirchherg

am Wechsel hingewiesen, in denen die Stellung des 1 ienschen

 in den Bereichen der Natur, der Wissenschaft und

der Religion behandelt ist. Dem Künstler ist hier in

Zusammenfassender Schau die Darstellung einer im Metaphysischen

 gründenden Wirklichkeit unter souveräner

Beherrschung aller Mittel gelungen. Dieses Werk des

xab . nzAv .-.,...rvu...o.. s.-." uubua... znuseuu. o...



nunmehr 75jährigen iat aber noch mehr, es ist zugleich

eine Aussage und ein Bekenntnis des Menschen Wickcnburg.

 der trotz aller Schwierigkeiten und Mühseligkeiten

 seines Schicksals nicht irre geworden ist an der

Stellung, die dcr Mensch in der Welt einnimmt, und an

der Aufgabe, die ihm als geistigem Wesen gestellt ist.



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