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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst V (1960 / Heft 9)


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visiertcn Ordnung anzuverlraucn

und ihr zu gehorchen. Das jedenfalls

 ist der Weg, den die wirklichen

Künstler unter den abstrakten Expressionisten

 und Post-lnformcls

beschreiten und so durch ihre Bilder

 ein glaubwürdiges Zeugnis von

der Fülle und Freiheit jener Ordnung

 geben.

Mit am reichsten wird das durch die

rund 40 Arbeiten, Eiöl- undTuschmalereien

 des Deutschen julius Bissier

belegßdienebenSchwitlersdiebedeutendste

 Entdeckung der Bicnnale

sind. Bei Bissier hat sich das Geistige,

das Naturhafte und das Bildnerische

zu einersehr persönlichen, wenn auch

in gewisser Hinsicht von den Ostasiaten

 angeregten Einheit verbunden,

 die sich in meist sehr stillen,

völlig gelösten und zauberhaften

Zeichenformen ausdrückt, in Formen,

 die bei aller Lyrik die Kraft

und Entschiedenheit der Wahrhaftigkeit

 und Klarheit haben.

Während also auf dem Gebiet der

Malerei mannigfache Ansätze zur

Gewinnung neuer Gestaltgrundlagen

 und -ausgangspunkte sowie

zur Klärung der gewonnenen Positionen

 erkennbar sind, zeigt sich

die Plastik noch mehr von der Vorbereitung

 soleher Positionen festgehalten.

 Sie hat es ja auch schwerer,

 in ein fruchtbares Verhältnis

zu jener Ordnung ständigen Vierdens

 und sich Vcrwandelns zu gelangen.

 Denn Plastik ist, was immer

auch Boccioni oder Duchamp gemeint

 und gewollt haben mögen,

weniger Ausdruck der Veränderung

und Bewegung als des festen Seins.

sammenschweißen von Nagelköpfen

entstandene Oberfläche und das nach

innen Gerichtetsein der Stachelwehr zu

erkennen.

5 julius Bissier (geb. 1893), „Arhogast",

 Öl und Ei, 1959 (Deutschland).

Das Bild, das ausnahmsweise kein Datum,

 sondern einen Namen zum Titel

hat, gibt ohne Farben leider wenig von

dem Zauber wieder, den es aussu-ahlt.

Man kann nur den durchaus nicht gradkantig

 besehnittenen Untergrund feinen

Leinens erkennen, der erst einmal grundiert

 und getönt ist, und auf den „sich"

dann die Flächenform mit ihrer antennenartigen

 Austrahlung rechts und

links andere Formen und Zeichen. dnrunter

 die beiden Kreuze und die Buchstaben

 niedersehriebcn.

6 Tadahiro Ono (geb. 1913): Composition

 1960, Gußteile, Rohre, Draht.

(Japan). Aus einem „Technik-Friedhof"

allerlei Abfälle für eine hildnerisehe

Komposition entnommen, die sie dem

Zweck entfremdet und zu einem selbständigen

 Formleben befreit.

7 Francisco Farreras (geb. 1927), „Nummer

 55", O1 und Collage, 1960 (Spanien).

Dieses Bild eines Ausstrahlungs- oder

auch Ausfaeherungsvorgangs hat keinen

 eigentlich abstrakten Charakter,

sondern es nimmt, selbstverständlich

oder doch wahrscheinlich ohne es zu

wollen, auf Strukturen und Vorgänge in

der Natur Bezug.
            
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