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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 43)


jahren des 18. Jahrhunderts sein Schloß Eekartsau an

der Donau zu einem „modernen", repräsentativen Jagdsitz

 umgestalten, wobei der Nordllügel der alten Wasserburg

 in das neue Gebäude mit einbezogen wurde. Damals

erhielt Eekartsau seinen grellen Prunksaal, der mit abgeschrägten

 Ecken aus der Baufront vorspringt, und dessen

 Gewölbe eines der Hauptwerke des großen Barockmalers

 Daniel Gran (" um 1694, 1' 1757) trägt. Die ganze

Ausstattung dieses Prunkraumes-so wie auch die plastischen

 Darstellungen im Stiegenhaus und über dem Gicbel

 des Saales -wird durch den Charakter des Schlosses

bestimmt: zwischen den großen Pilastern finden sich an

den Wänden in vergoldetem Relief jagdgeräte und Trophäen,

 und das 1732 vollendete Deckengemälde Grans

verherrlicht die Göttin der jagd, Diana. Der Maler hat

hier in großartiger Steigerung der einzelnen Lichtsphären

 von der Zone der Scheinarchitektur mit ihren

Jagdsymbolen über die Region der Begleiterinnen Dianas

bis hin zum strahlenden Zentrum des Gemäldes eine

jener llimmelsvisionen entworfen, die - gleichgültig

ob christlicher oder mythologischer A.rt - zu den wesentlichen

 Elementen des baroeken Gesamtkunstwerkes

zählen. Zu einem solchen größeren Ganzen gehören auch

die zwei mächtigen Steinbildwerke in den Nischen des

Saales von der Hand des ltalieners Lorenzo Mattielli

(' um 1685, "i" 1748), die das beliebte Thema des mythologischen

 Frauenraubes variieren (Alpheus und Arethusa,

 Apollo und Daphne), sowie die ebenfalls von

Mattielli stammende Giehelgruppe von Putten, Hirschen

und der Göttin Diana mit dem in einen Hirsch verwandelten

 Jäger Aktäon.

Prunksaal und Stiegenhaus von Lickartsau geben wohl

am treuesten eine Vorstellung davon, welchen Eindruck

das barocke Schloß machte; die übrigen Trakte und

Räume des Gebäudes verdanken ihr Aussehen - soweit

es nicht unter den Kriegseinwirkungen gelitten hat -

hauptsächlich den Wiederherstellungsarbeiten, die der

österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand

1897,98 vornehmen ließ, nachdem das Schloß seit der

folgenschweren Donauüberschwemmung des Jahres 1830

teilweise abgetragen und als Torso stehengeblieben war.

Über den Architekten, der in den Jahren 1722 bis 1732

den Umbau von Eckartsau leitete, wissen wir nicht mehr,

als das viele der von ihm verwendeten Formen der Kunst

Johann Lukas v. Hildebrandts (f 1668, 1' 1745) verwandt

sind. Hildebrandt selbst hat in eben dieser Zeit für den

Prinzen Eugen von Savoyen, seinen bedeutendsten Auftraggeber,

 auch dessen Besitzungen im Marchield umgestaltet.

 In Schloßhof (Schloß Hof an der March) konnte

der Künstler, obschon er an die alte, vierfhigelige Anlage

 des 17. Jahrhunderts gebunden war, ein großartiges

Konzept verwirklichen. Er erweiterte das alte Schloß

um zwei sich nach Westen erstreckende Flügelbauten,

die nach französischer Art einen Ehrenhof einschließen,

und gliederte den Platz davor durch Rampen, die -- um

ein Neptunbassin schwingend - den Übergang zur Eingangsallee

 des Schlosses bildeten. Die Hauptaufgabe

und -leistung des Architekten aber blieb hier die künst-


            
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