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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 46)

WOLFGANG

HOLLEGHA

In einer Diskussion der Arbeitsgemeinschaft junger Sammler ist der Wunsch ausgesprochen worden,

 die Zeitschrift „Alte und moderne Kunst" möge in Zukunft manchen Heften ein Blatt Original-Druckgraphik

 beilegen. Dieser Anregung folgend, will nun die Redaktion unserer Zeitschrift den

Versuch wagen, eine Reihe von handsignierten Drucken herauszuhringen, um Leser zum Sammeln

anzuregen.

Als erster unter mehreren in Betracht gezogenen österreichischen Künstlern hat Wolfgang

Holle gha ein Litho für „Alte und moderne Kunst" gezeichnet. llollegha, Empfänger des

Guggenheim-Preises 1958 für Österreich wird unseren Lesern kein Unbekannter sein. Die Qualität

seiner Werke hat sich in verschiedensten Ausstellungen bewährt: im „Strohkoffer" des einstmals so

aktiven „Art Clubs", in der Galerie St. Stephan, der Wiener Secession, in Tokio, Pittsburg, London

und Paris.

Das waren Stationen einer regelmäßig fortschreitenden Entwicklung und Vertiefung. llollegha, Maler

der Helligkeit, hat sich durch einen sehr kultivierten Farbauftrag, durch Gewissenhaftigkcit seiner

Arbeit wie auch durch kühle Vornehmheit der Komposition, rasch einen Namen gemacht. ln

„Knaurs Lexikon Abstrakter Malerei", München-Zürich 1957, sagt Michel Seuphor von ihm: „Er

verdichtet das Naturbild, verändert es, bearbeitet es, bis es abstrakte Qualität hat." Hollegha stellt

nicht eine abstrakte Form gegen die Natur, sondern er „reißt sie heraus", wie Dürer verlangt. Deshalb

 fühlt dieser Künstler sich auch nicht als protestierender Revolutionär, sondern nur als Fortführer

 ehrwürdiger Gesetze eines Alten Testamentes, das zwar respektiert, aber immer wieder neu

gedeutet wird.

Als Maler großformatiger Ölbilder hat sich Hollcgha auch in gefährlichen Momenten bewährt. Großzügigkeit

 des Pinselstrichcs, souveränes Freilassen des weißen Malgrundes, lockerstes Hinsetzen der

Fleckemcharakterisieren seine Ausdrucksweise.Aberauchoffcnsichtliche Gewissenhaftigkeit, vielfaches

Nachkontrollieren läßt sich unschwer feststellen. Ähnliche Sorgfalt wendet er auch in seiner Graphik

an. Wie ein Feinmechaniker fühlt er sich zu immer neuem Feilen, Schleifen, Anpassen, zum genau

überlegten Nebeneinander-stellen vieler wohlabgcwogener Grautöne verpflichtet. Diese graphische

Kunst in der - um ein Vergleichsbild aus der Kammermusik zu bringen - gefühlvolle Violinstriche

 Stimmung schaffen - wirbt nicht, sie ist eher spröde. Wie in der Kalligraphie und Landschaftskunst

 des Fernen Ostens nach dem Prinzip der „Zcngf-Maler wird sinnvoll „noble Armut"

in den Dienst einer ebenso ausgeglichenen wie zugleich heiteren und hintergründigen Kunst

gestellt.

Die Weisheit des guten Zeichners liegt im verkürzten Erfassen, liegt im Offenlassen, im Andeuten,

 nicht im Nachtasten des Vorwurfes.

Holleghas graphische Ausdrucksweise hat den Reiz intimer Mitteilung über eine Kommunion

mit der Natur.

Baruch Spinoza und schwärmerischer Jean Jacques Rousseau, blickt herab vom Olymp, um mit Wohlgefallen

 einen späten jünger in eurem Geiste schaffen zu sehen!

Wolfgang Hollegha, geboren 1929 in Klagenfurt. Matura in Graz, Studium der Malerei an der Wiener Akademie

der bildenden Künste in der Klasse josef Dobrowsky. Lebt seit 1954 ständig in Wien. Noch als Student stellt

er 1953 zum erstcnmal schwarz gefärbte Holzreliefs im „Strohkoflef des Österreichischen Art Clubs aus. 1955

wird er Mitglied der „Wiener Seecssion" und der Vierergruppe der Galerie „St. Stephan".

Auslandsausstellungen: Galerie „Der Spiegel", Köln, Galerie Arnaud, Paris 1957 (innerhalb der Gruppe „Art

d'aujourdhui en Autriche"), „X. Premio Lissone", Mailand 1957.

Träger des „Guggenheim-Preises" für Österreich 1958. Nach der Ausstellung seines prämiierten Bildes in Paris

und New York erhält er Einladungen desfCarnegie-Institutes in Pittsburg und der New Yorker „French

Gallery". 1960 Teilnahme an der Internationalen Mainichi-Ausstellung in Tokio, 1961 wird eine größere Anzahl

 seiner Werke im I. C. A. Landon gezeigt. Auch die Galerie Neufville, Paris, ruc des Beaux Arts, plant in

den nächsten Monaten eine Kollektion von Hollegha-Gemälden auszustellen. i

Bilder und Graphiken Holleghas befinden sich im Besitz des Bundesministeriums für Unterricht, der Österreichischen

 Galerie, der Albertina, des Carnegie-Instituies Pittsburg und in Privatsan-irnlungen.

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