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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 49)

Aus der Fülle der kirchlichen Geräte, die wie überall im

süddeutschen Raum so auch in Tirol den Aufschwung

der religiösen Kultur zur Zeit der (Iegenreiormzttion

bekunden, sei nur auf zwci Silberstatuen der Heiligen

Georg und Elisabeth aufmerksam gemacht, die sich im

Besitz der Innsbrucker Pfarrkirchc befinden und deren

Verwandtschaft mit dem Künstlcrkreis um das Grabmal

Erzherzog Maximilians des [Jeutsehmeisters mit Recht

betont wurde.

Die stattliche Zahl von erhaltenen Arbeiten tirolischei"

Goldschmiede des 18. jahrhunderts steht an Qualität

nur wenig hinter den gleichzeitigen Augsburger Arbeiten

 zurück, von denen sie sich offensichtlich auch stilistisch

 beeinflussen ließen, Wissen wir doch auch, dztß

eine Reihe von Innsbrucker und Bozncr Goldschmieden

 in Augsburg ihre Lehrzeit verbracht haben und etwa

auf den Bozner Märkten häufig Augsburger Goldschmiedeware

 ausgestellt War.

Neben den Gegenständen des kirchlichen Gebrauchs haben

 die erhaltenen profanen Stücke weniger zu sagen,

wenn man von der Ambraser Kunstkammer Erzherzog

Ferdinands als einer ehemals in Tirol beheimateten

Sammlung absieht. Aus dem Ende des 16. jahrhunderts

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mögen allenfalls die beiden Becher in Form von Eulen

erwähnt sein, erztrinkgefiißc, wie sie auch als Tafclschmuck

 heliehl waren. Beide stammen aus altem

Tiroler liamilienhesitz und bilden unter den im übrigen

deutschen Raum erhaltenen Eulenheehern eine Sondergruppe.

 die Schlüsse auf ihren tirolisehen Ursprung zuläßt.



Mit Pokalen. Kokosnußgefäßen in vergoldeter Fassung.

Prunksehsseln und den versehiwJ-nslen Ähfclgcriitttn

nimmt 'l'irol an der allgemeinen E lwicklung den ihm

zukommenden Anteil, ohne indes durch wichtigere Stücke

hervorzutreten; Augsburger Arbeiten wiegen vor.

Zum Ahsehluli mögen zwei Goldschmietlenrheiten genannt

sein, für die in besonderem Maße die ull hetnnte Verflechtung

 mit tiroliseher Geschichte und Stiftung gilt: es sind

dies lirzherzogshut und Zepter, die in der Schloßkzipellc

von Älarinstein hei Wörgl ztufbexvilhrl werden, Der Sehloliherr

 Carl Sehurff von Älariitstein. ein mächtiger und wrmögencler

 Mann, schickte beide (Jegcnständc im Jahre

1613 nach lnnshruek, wo sie auf Wunsch des Landesfürsten

 Erzherzog Maximilians des Deutschmeisters abgezeichnet

 wurden. Dies ist die früheste Nachricht üher

die heiden Stücke. die wir besitzen. t e ist außerordentlich

 wichtig, können wir ihr doch mit großer Sicherheit

entnehmen, dalS das Mariasteiner "erzherzogshuetl"

Maximilian hei seiner kurz darnach erfolgten Stiftung des

berühmten österreichischen Erzherzogshutes nach Klosterneuburg

 als eine der Vorlagen gedient hat. Auf


            
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